Ein Mann, seine Gitarre und eine riesige Bühne: Ed Sheeran begeistert die Fans im ausverkauften Olympiastadion. Aber der englische Schmusebarde kann auch anders.

München - Ed Sheeran ist ein Phänomen, denn eigentlich ist er kein Mann für eine spektakuläre Show. Es gibt keine Kunststücke, kein aufwendiges Bühnenbild, kein Feuerwerk. Und trotzdem hat es der 27-jährige Brite geschafft, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen das Olympiastadion mit jeweils rund 60.000 Menschen zu füllen. Alles was er dafür braucht, ist seine Gitarre.

Ohne großes Tamtam und ein wenig schüchtern betritt Ed Sheeran am Sonntagabend die flächenmäßig überschaubare, aber eben für eine Person mehr als ausreichende, Bühne. Wo Musikgrößen wie Lady Gaga, Pink oder Robbie Williams den großen Auftritt mit einem Knall starten, kommt der Schmusebarde Sheeran erfrischend unprätentiös daher und beginnt das Konzert mit dem Song "Castle on the Hill" aus seinem aktuellen Album "Divide". Gerade diese Bodenständigkeit lieben seine Fans an ihm.


Bereits eine Stunde vor Konzertbeginn ist das Olympiastadion voller Besucher. Foto: Sven Geißelhardt

In Ed Sheeran steckt ein echter Rapper

Ohne Band im Rücken schafft Ed Sheeran es, dass seine Songs nicht eintönig klingen. Dafür nutzt er zum einen sein grandioses musikalisches Talent und zum anderen ein kleines Helferlein: eine Loop Station, mit der er nacheinander verschiedene Teile seiner Songs ein- und dann gleichzeitig abspielt. Der Mann ist seine eigene Band.

Direkt bei seinem zweiten Song "Eraser" zeigt er aber, dass er auch mehr kann als nur Liebesballaden: Es steckt nämlich auch ein echter Rapper in ihm. Durch die Balance aus Kuschel- und Partysongs haben auch die mitgebrachten Freunde und Väter der vorwiegend weiblichen Fans sichtlich ihren Spaß.

Eine Liebeserklärung an die Fans

Mit einer Liebeserklärung an die Münchner Fans bringt Sheeran die Menge zum Schmelzen: "This is not about me, this is about us", stellt er klar und macht die rund 60.000 Zuschauer kurzerhand zu Backgroundsängern und -tänzern.

Währenddessen ist das Bühnenlicht ein einziges Spiel der Farben. Bei der Ballade "One" erstrahlt alles in einem beruhigendem Grün, der Farbe der Hoffnung. Als sich die Bühne beim düsteren Song "Bloodstream" passend blutrot einfärbt und das ganze Stadion hüpft, hat das nichts mehr mit einer Liebesschnulze gemein.

Klassiker im Wechsel mit neuen Hits

Obwohl das neue Album "Devide" im Vordergrund steht, kommen die älteren Hits nicht zu kurz. Es wechseln sich immer wieder Klassiker wie "The A-Team" oder "Thinking out Loud" mit neuen Hits wie "Perfect" und "Galway Girl" ab und schaffen dadurch einen runden und gelungenen Abend. Genauso schüchtern wie Ed Sheeran die Bühne betreten hat verlässt er sie auch wieder, aber das lieben seine Fans ja so an ihm.

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