Kontiniutät beim EHC München macht's: 21 Meister auf dem Eis

21 Meisterspieler werden in der nächsten Saison für den EHC auf dem Eis stehen. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der EHC Red Bull München hält den Großteil der Meistermannschaft. Richie Regehr, Deron Quint und Tobias Wörle müssen den Verein verlassen. Der Poker um Kölns Patrick Hager geht weiter.

 

München - Was tun, wenn man ein Team ohne echte Schwächen hat, das in beeindruckender Weise das Titel-Double geschafft hat, das in den Playoffs 2016 und 2017 von den insgesamt 28 Partien unglaubliche 24 Mal mit stolz erhobenem Siegerhaupt vom Eis gegangen ist? Möglichst wenig ändern ist da das Gebot der Stunde beim EHC Red München, dem frischgekürten Titelverteidiger, der am Freitag von Oberbürgermeister Dieter Reiter im Rathaus empfangen wird. Dort wird das Team um Erfolgscoach Don Jackson zum zweiten Mal nach 2016 die Meister-Autogramme ins Goldene Buch der Stadt schreiben.

Der MVP bleibt

21 (!) Spieler der Meistertruppe werden auch in der kommenden Saison für München auf Tore-, Punkte-, und Titeljagd gehen. Die Torhüter Danny aus den Birken, David Leggio und Daniel Fießinger bleiben ebenso Münchner wie die Verteidiger Konrad Abeltshauser, Daryl Boyle, Derek Joslin, Florian Kettemer und Yannic Seidenberg. Der MVP, der wichtigste Spieler der Playoffs, wird vom Stürmer wohl endgültig zum Defensivmann umgeschult. "Ich war ja auch immer ein Stürmer, der die Defensivaufgaben immer als ersten Gedanken im Kopf hatte", sagte der 33-jährige Seidenberg, "ich werde da spielen, wo der Trainer glaubt, dass ich für das Team am wertvollsten bin."

Die Offensive bleibt

Und auch in den Angriffsreihen setzt der EHC auf Konstanz. Keith Aucoin, Mads Christensen, Andreas Eder, Jerome Flaake, Jason Jaffray, Dominik Kahun, Maximilian Kastner, Brooks Macek, Jon Matsumoto, Frank Mauer, Jakob Mayenschein, Steve Pinizzotto und Kapitän Michael Wolf haben jetzt alle einen Vertrag für die kommende Spielzeit. Die glorreichen 21! "Ich fühle mich in München sehr wohl. Hier passt alles", sagte Nationalstürmer Frank Mauer, der demnächst erstmals Vater wird, der AZ.

Am Mittwoch und Donnerstagvormittag waren Trainer Jackson und Manager Christian Winkler zusammengesessen. In der Münchner Red-Bulls-Zentrale in der Osterwaldstraße wurden die Spieler im 15-Minuten-Takt zum Perspektiv-Gespräch gebeten. Danach stand fest: Daumen hoch bei 21 Akteuren der Meistermannschaft – nur die Verteidiger Richie Regehr, Matt Smaby, Deron Quint und Yann Sauvé, Torhüter Ilya Sharipov und Stürmer Tobias Wörle erhielten keinen neuen Vertrag. Nach AZ-Informationen sind die Gespräche mit Smaby und Sauvé noch nicht endgültig beendet, Regehr (34), Quint (41) und Wörle (32) dürften hingegen keine Zukunft in München haben.

Harte Gespräche

"Das sind sicher die härtesten und schwierigsten Momente, die es für einen Trainer gibt. Man muss Männern, mit denen man durch dick und dünn gegangen ist, sagen, dass der gemeinsame Weg zu Ende ist", sagte Coach Jackson kürzlich der AZ über diese Vertragsgespräche nur Tage nachdem man die Saison gemeinsam – und in diesem Fall mit dem Heilgen Gral des Eishockeys, dem Meisterpokal – abgeschlossen hat.

21 bleiben. Doch wer kommt? Klar ist, dass Nationalstürmer Patrick Hager ab der Saison 2018/19 das Dress des EHC tragen wird. Er hat nach AZ-Informationen bereits einen mehrjährigen Vertrag unterschrieben. Ob er aber schon zur kommenden Spielzeit nach München wechseln wird, ist noch offen. Die Kölner Haie hatten Hager während des Halbfinales suspendiert und öffentlich angeprangert, die Mannschaft sich aber auf die Seite von hager geschlagen, ihn öffentlich gegen die Vereinsbosse unterstützt. Nach der Saison erklärten die Haie, dass sie für die neue Saison weiter mit Hager planen, doch das dürfte eher der Versuch sein, die Münchner dazu zu bewegen, Hager aus dem Vertrag herauszukaufen. Doch beim EHC hält man momentan still.

Kommt ein Eisbär?

Aus Spielervermittlerkreisen war auch zu hören, dass Berlins Julian Talbot mit München in Verbindung steht. Der Stürmer passt in Jacksons Beuteschema. Der 32-jährige Kanadier ist erfahren, Jackson kennt ihn aus gemeinsamen Eisbären-Zeiten, als man zwei Mal zusammen Meister wurde.

 

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