Kontakte von Trump-Mitarbeitern nach Russland Donald Trump: Am "heißen Draht" verbrannt

Was sie wohl besprochen haben? Donald Trump telefoniert Ende Januar mit Wladimir Putin Foto: dpa

Angebliche Absprachen seiner Mitarbeiter mit russischen Spionen könnten gravierende Folgen für US-Präsident Donald Trump haben.

 

Der "heiße Draht" oder auch das "rote Telefon" war während des Kalten Krieges die ständige Fernschreibeverbindung zwischen den USA und der Sowjetunion. Nun könnten zu enge Kontakte zwischen Washington und Moskau US-Präsident Donald Trump in die Bredouille bringen. Es geht um Verbindungen zu russischen Spionen.

Was bisher bekannt ist

Der Hintergrund: Mitarbeiter von Trumps Team hatten im Wahlkampfjahr wiederholt Kontakt zu ranghohen russischen Agenten. Das berichtet die von Trump verhasste "New York Times" unter Berufung auf "vier derzeitige und frühere amerikanische Behördenvertreter". Von US-Geheimdiensten abgehörte Telefongespräche belegten dies. Zweck und Inhalte der Telefonate wurden nicht bekannt.

Namentlich wurde nur Trump-Mitarbeiter Paul Manafort genannt. Der ging am Mittwoch in die Offensive und nannte die Vorwürfe "absurd". Der frühere Wahlkampfmanager Trumps stand allerdings schon einmal wegen dubioser Verbindungen nach Moskau im Fokus.

Grund: Er ist in den Verdacht geraten, Schwarzgelder in Millionenhöhe von russlandfreundlichen Kreisen in der Ukraine erhalten zu haben. Trump feuerte Manafort daraufhin.

Das Brisante daran: Laut "New York Times" hätten die Kontakte zwischen den Trump-Mitarbeitern und den russischen Spionen "in etwa zu derselben Zeit" stattgefunden, als die Ermittlungsbehörden und Aufklärungsdienste zunehmend Hinweise darauf erhalten hätten, dass Moskau versuche, durch Cyberangriffe auf die US-Demokraten die Präsidentschaftswahl zu stören.

Was Trump dazu sagt: Der neue US-Präsident will von Absprachen mit Putin-Spionen nichts wissen. Er holt stattdessen zum Gegenschlag aus. "Die Informationen wurden illegal von den Geheimdiensten (NSA und FBI) an die angeschlagene ‚New York Times‘ und ‚Washington Post‘ gegeben. Genau wie Russland!", twitterte Trump.

Dieser Unsinn einer "Russen-Connection" sei nichts als der Versuch, "die vielen Fehler zu vertuschen, die in Hillary Clintons Verlierkampagne gemacht wurden", schrieb der 70-Jährige weiter. Und erneut teilt er auch gegen die Presse aus: "Die Falschmeldungsmedien spielen verrückt mit ihren Verschwörungstheorien und blindem Hass".

Mögliche Folgen: Nachdem bereits Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn wegen (illegalen) Kontakten nach Russland seinen Rücktritt erklären musste, könnten weitere dubiose Verbindungen aus Trumps Umfeld nach Moskau dem US-Präsidenten selbst schaden. Die Demokraten werden wohl einen Untersuchungsausschuss in der Sache fordern. Spätestens dann dürfte es ungemütlich für Trump werden.

 

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