Kontaktaufnahme per Internet Zwölfjährige lässt Sex-Täter auffliegen

Gefahr im Kinderzimmer: Minderjährige, die unbeaufsichtigt im Internet surfen, können in bedrohliche Situationen geraten. Foto: imago

MÜNCHEN/PEISSENBERG Das ist gerade noch einmal gut gegangen. Über Wochen hatte sich ein Pädophiler (32) an ein erst zwölfjähriges Mädchen heran gemacht – über ein soziales Netzwerk im Internet. Weil sich das Kind seiner Mutter anvertraute, konnte der Mann geschnappt werden. Er ist geständig.

 

Das Mädchen aus Peißenberg (Kreis Weilheim-Schongau) war schon seit einiger Zeit mit einem eigenen Profil bei dem Netzwerk angemeldet – obwohl dort eigentlich eine Altersgrenze von 14 Jahren gilt. Mitte Mai nahm ein Mann mit ihr Kontakt auf. Er schickte ihr E-Mails.

„Er meldete sich in den darauf folgenden Tage immer häufiger”, so Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Und, so der Beamte: Der Mann ließ in seinen Mails immer deutlicher seine sexuellen Absichten durchblicken.

In dieser gefährlichen Situation tat die Zwölfjährige glücklicherweise genau das Richtige: Sie fühlte sich durch den Mail-Schreiber derart massiv bedrängt, dass sie sich Hilfe suchend an ihre Mutter wandte.

Stefan Sonntag: „Das ist der ideale Fall, dass ein Kind Vertrauen zu seinen Eltern hat und sie schnell informiert.”

Auch die Mutter reagierte genau richtig. Sie war von dem absolut eindeutigen Inhalt der Mails im Postfach ihrer Tochter so alarmiert, dass sie sich sofort an die Polizei wandte und Anzeige erstattete. Die Ermittler der Kripo Weilheim übernahmen die Ermittlungen.

Diese „gestalteten sich schwierig”, so der Polizeisprecher. Denn der 32-Jährige hatte bereits im Vorfeld alles getan, um seine Identifizierung zu erschweren. „So hatte er sich beispielsweise unter falschen Personalien bei dem Netzwerkanbieter angemeldet”, berichtete Stefan Sonntag gestern.

Also schlüpften die Ermittler aus Weilheim kurzerhand selbst in die Rolle der Zwölfjährigen und vereinbarten online einen Termin für ein erstes persönliches Treffen. Zu dem ging dann aber nicht das Mädchen, sondern eine Kripo-Beamtin. Der Mann aus dem Raum Bayerisch-Schwaben erschien auch tatsächlich am vereinbarten Treffpunkt – und wurde festgenommen.

Er legte schnell ein Geständnis ab und gab zu, pädophil zu sein. Ziel seiner Kontaktaufnahme sei ein sexueller Kontakt zu dem Mädchen gewesen.

 

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