Kompromiss erzielt Semesterticket wird verlängert – und 15 Prozent teurer

Das Semesterticket wird für Studenten deutlich teurer. Foto: az

Im Streit um das Münchner Semesterticket gibt es offenbar einen Kompromiss. Damit bleibt das Semesterticket zwar erhalten, wird aber spürbar teurer.

 

München – Zuletzt hing das Schicksal des Tickets an einem seidenen Faden: Wäre der von der Stadt München ausgehandelte Kompromiss nicht angenommen worden, hätte es ab dem nächsten Semester kein vergünstigtes Nahverkehrs-Ticket für Studenten mehr gegeben. Doch auch mit dem Kompromiss ist der Streit keinesfalls gelöst, sondern lediglich verschoben worden.

Die studentischen Parlamente der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule München (HM) haben der Verlängerung des Probebetriebs des Semestertickets zugestimmt. Die Zustimmungen des Stadtrats der Landeshauptstadt München, des Verwaltungsrats des Studentenwerks sowie der Gremien der Verkehrsunternehmen, des Verkehrsverbundes (MVV) und des Freistaats Bayern stehen hingegen noch aus, werden aber erwartet.

Semesterticket kostet im Wintersemester 254 Euro

Der Kompromiss sieht vor, dass der Probebetrieb des Semestertickets um ein weiteres Semester verlängert wird. Dafür steigt der Kaufpreis um 15,4 Prozent. Im Wintersemester 2016/17 beträgt der Solidarbeitrag dann 65,00 Euro (Steigerung um 4 Prozent) und der Preis der IsarCard Semester steigt auf 189,00 Euro (Steigerung um 19,9  Prozent). Insgesamt werden dementsprechend dann 254,00 Euro fällig,  was einer Steigerung des Gesamtpreises um 15,4 Prozent im Vergleich zum Sommersemester 2016 entspricht.

Constantin Pittruff, Vorstand des Studentischen Parlaments der Hochschule München, bezeichnet die 15,4-prozentige Preiserhöhung als "eine bittere Pille". Sorge bereitet ihm und den anderen Studentenvertretern zudem die kurze Laufzeit des Kompromisses: Bereits für das nächste Semester muss neu verhandelt werden und dann sei "eine weitere drastische Erhöhung […] nicht vertretbar".

Nora Pohle, studentische Vertreterin in Senat und Hochschulrat der TUM, fordert in Hinblick auf die künftigen Gespräche: "Die Verkehrsunternehmen müssen mit einer Kundengruppe von mehr als 110.000 Personen und einem Jahresumsatz beim Semesterticket von knapp 40 Millionen Euro auf Augenhöhe verhandeln."

 

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