Komödie Das Treffen, das es nie gab

Das Treffen, das es nie gab: Churchill (C.C. Weinberger) und Hitler (Hubsi Kramer). Foto: Arik Seils

Churchill und Hitler treffen sich im Stück "Winnie & Adi - das Duell" auf der Bühne der Drehleier

 

Sie hätten sich treffen können im wahrsten Sinne des Wortes. Damals im Ersten Weltkrieg, als Adolf Hitler und Winston Churchill nur ein paar Kilometer voneinander entfernt in den Schützengräben in Flandern lagen. Im Jahr 1932 schließlich wartete Churchill wirklich auf Hitler, ob im Münchner Regina Hotel oder im Continental, darüber gibt es verschiedene Angaben. Jedenfalls hatte Hitler-Förderer Putzi Hanfstaengl ein Treffen arrangiert, zu dem Hitler allerdings nicht erschien.

Jahre später aber wurden sie zu den Gegenspielern, die Weltgeschichte schrieben. „Ohne Churchill hätte Hitler triumphiert, und ohne Hitler wäre Churchill als brillanter Versager und Anachronismus verstorben“, urteilte einst Sebastian Haffner. Der „Schwätzer und Trunkenbold“ (Hitler über Churchill) siegte über den „blutrünstigen Straßenjungen“ (Churchill über Hitler) – nur getroffen haben sie sich halt doch nicht. Das wird nun nachgeholt: In der Münchner Drehleier gibt es „Winnie & Adi – Das Duell“.

Eine Komödie, bei der einem das Lachen im Hals stecken bleibt

Beide verdankten ihren politischen Aufstieg ihrem Redetalent, so war es für den aus Wien stammenden US-Journalisten Ludwig Peter Ochs naheliegend, ein Stück allein aus den Originalzitaten Churchills und Hitlers zu basteln. Gewissermaßen als gespenstischste Comedy aller Zeiten. Ermutigt zu diesem Projekt wurde Ochs auch von Schauspieler Hubsi Kramer, der „den ,Führer’ schon länger spielt, als Hitler es selbst tun konnte“, wie er sagt. Im Jahr 2000 wollte er als Protest gegen die konservative Regierung gar als Hitler den Opernball besuchen – und wurde festgenommen. Es dauerte allerdings fast zwei Jahrzehnte bis aus Ochs’ Idee Bühnenwirklichkeit wurde.

„Winnie & Adi“ hatte im letzten Jahr in Wien Premiere und wurde dort von Presse und Publikum begeistert aufgenommen. Die Münchner Fassung hat Regisseur und Produzent Clemens Keiffenheim noch überarbeitet, um sie „sinnlicher“ zu gestalten. Hans Wolf begleitet das „Duell auf Leben und Tod“ nicht nur mit Durchhalteschlagern der 40er Jahre. Hitler und Churchill (gespielt von C.C. Weinberger) werden zudem vom Moderator (Dita Scholl) auch mit der Politik und den Problemen unserer Zeit konfrontiert. Und wenn sich dann die Reden Hitlers nicht viel anders anhören als so manches extremistische Gequatsche aus deutschen Talkshows, dann dürfte wohl auch das letzte Lachen im Hals steckenbleiben.

Drehleier, 4. Nov., 20 Uhr, auch 5., 11. bis 13., 18. bis 21. No., 30 Euro. Karten unter Telefon 48 27 42

 

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