Kommunalwahl Hier büffeln Bayerns neue Bürgermeister

Bürgermeister büffeln in Bad Wörishofen. Die Themen: Kinderbetreuung, Recht - oder Stressbewältigung. Foto: dpa

Bürgermeister - wie geht das eigentlich? Rund 280 neu gewählte Rathaus-Chefs drücken jetzt in Bad Wörishofen die Schulbank.

 

Bad Wörishofen - Fördersystem im bayerischen Kindergartenwesen, Kommunalfinanzen und Energiepolitik - ja, das müssen Bürgermeiser wissen. Und wenn sie noch nie Bürgermeister waren? Na, dann lernen sie es eben!

In Bad Wörishofen drücken derzeit rund 280 neu gewählte Bürgermeistern die Schulbank - in Drei-Tages-Seminaren des Bayerischen Gemeindetags. Christoph Mettel aus Dillingen zum Beispiel. Er ist eigentlich Soldat. „Die wenigsten von uns sind in der Kommunalverwaltung tätig, wir kommen aus allen möglichen Berufen. Deshalb ist es gut, dass dieses Angebot existiert“, sagt er.

„Das Interesse ist riesig. Wir müssen wahrscheinlich noch zusätzliche Seminare anbieten“, sagt Gerhard Dix, Referatsdirektor des Bayerischen Gemeindetags. Die Fächer: Grundlegende rechtliche, organisatorische und personelle Fragen, Mitarbeiterführung, Öffentlichkeitsarbeit und Stressbewältigung

Zum Auftakt der Schulung steht das Thema „Kinder, Bildung und Betreuung“ auf dem Programm. Dix erklärt den Teilnehmern, dass es künftig von ihnen abhängt, ob die Kinder am Ort gehalten werden können. „Wenn den Eltern die Einrichtung oder das pädagogische Konzept vor Ort nicht gefällt, bringen sie ihre Kinder in die Nachbargemeinde. Dann sind sie für das Dorf verloren.“ Menschliches gibt er ihnen auch mit auf den Weg: „Nehmen Sie manches auch mal mit Humor – das macht es oft leichter.“

Die Amtsperiode für die neu gewählten Bürgermeister beginnt am 1. Mai. Dass die Seminare des Bayerischen Gemeindetags unmittelbar nach den Kommunalwahlen beginnen, halten viele für wichtig. „So haben wir noch Zeit, uns einzuarbeiten“, sagt Anna Meier. Die 46-jährige Pflegehelferin wird Gemeindechefin (parteilos) in Oberneukirchen (Landkreis Mühldorf am Inn).

Froh über die dreitägige Auszeit kurz nach dem Wahlsonntag ist Meier auch aus einem anderen Grund: „Der Wahlkampf war für uns alle anstrengend. Es tut gut, zwischendurch mal ein paar andere Gesichter zu sehen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.“

 

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