Kommunaler Außendienst Ab Montag gehen die Stadt-Schandis auf Streife

Marineblau statt Sheriff-schwarz: In diesen Uniformen werden Georgios und Rima ab Montag im Bahnhofsviertel patrouillieren. Foto: Sigi Müller

Lange wurde über den Kommunalen Außendienst diskutiert, nun ist die Truppe im Bahnhofsviertel auf der Straße unterwegs.

München - Eines ist Thomas Böhle wichtig: "München bekommt mit dem Kommunalen Außendienst keine neuen schwarzen Sheriffs!"

Dass der Kreisverwaltungsreferent das betont, ist wenig überraschend. Denn der zivile Sicherheitsdienst war bis zur Kündigung seines Vertrages mit der Stadt 2005 durchaus umstritten und öfter für besonders hartes Eingreifen in die Schlagzeilen geraten. Das soll beim KAD anders werden. Die Mitarbeiter, die ab Montag im Bahnhofsviertel patrouillieren, sollen "gut sichtbare Ansprechpartner sein, die Ordnungswidrigkeiten vorbeugen und jederzeit für Auskünfte zur Verfügung stehen", so Böhle.

Sie dürfen Platzverweise aussprechen und Bußgelder verhängen – Verbrechensbekämpfung aber gehört explizit nicht zu ihren Aufgaben. "Das überlassen wir der Polizei. Beim KAD geht es vor allem darum, Präsenz zu zeigen", so Böhle. Die Uniform des Streifendienstes ist marineblau statt Sheriff-schwarz, und bewaffnet sind die Mitarbeiter auch nicht. Dabei hatte Letzteres zumindest die CSU im Stadtrat befürwortet. "Ich habe mich immer dezidiert gegen eine Bewaffnung ausgesprochen", so Böhle. Stattdessen habe man bei den Mitarbeitern auf ein Training gesetzt, das Kommunikation und Deeskalation in den Vordergrund stellt. "Der KAD soll die Balance wahren zwischen dem Aufrechterhalten von Ordnung und großstädtischer Liberalität", fasst Böhle zusammen. (Lesen Sie hier mehr zu den Aufgaben des KAD)

Kommunaler Außendienst: Rund 320 Bewerber

Geplant ist zunächst, die Mitarbeiter von 10 Uhr bis 21.30 Uhr einzusetzen, später wird es auch einen Nachtdienst geben. Dann ist der Kommunale Außendienst von 10 Uhr bis 6.30 Uhr im Bahnhofsviertel unterwegs.

92 Außendienst-Mitarbeiter wird die Truppe einmal haben, 25 sind bereits angestellt, 25 weitere haben ihre Zusage. Das noch nicht alle Stellen besetzt sind, liege aber nicht am Bewerbermangel: Laut KAD-Leiter Günter Huber hätten sich rund 320 Bewerber gemeldet, doch längst nicht alle hätten die Anforderungen erfüllt.

Zwei, die die Anforderungen erfüllen, sind Georgios und Rima. Der 28-jährige Georgios war zuvor acht Jahre Polizist in Athen, doch das Heimweh nach seiner Geburtsstadt holte ihn zurück nach München und in den KAD. "Die Berufe sind sich schon ähnlich und ich bin zuversichtlich, dass wir einen guten Start haben werden", sagt er.

Die 36-jährige Rima hingegen kommt aus einem anderen Fachgebiet zum KAD: Sie hat zuletzt als Einzelhandelskauffrau gearbeitet – und wird zum Start die einzige Frau in der Truppe sein. Eingeschüchtert ist sie davon aber nicht: "Ich habe den Aufruf gesehen und sofort gewusst, dass das etwas ist, was ich machen will", erzählt sie. Ihre Motivation: "Ich will helfen, dass unsere schöne Stadt noch besser wird."

 

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