Kolumne Martina Ertl-Renz: "Trauer auf den Pisten"

"Tief traurig" - Martina Ertl-Renz (kl. Bild) über den tragischen Tod der Nachwuchs-Hoffnung Max Burkhart. Foto: dpa/privat

Wenn der sportliche Wettstreit um Hundertstel plötzlich keinerlei Bedeutung mehr hat. AZ-Kolumnistin Martina Ertl-Renz zum Tod von Max Burkhart.

Ich bin fassungslos, unendlich traurig und in Gedanken bei der Familie. Diese Nachricht hat mich bis ins Mark erschüttert und ich kann kaum Worte dafür finden. Der 17 alte Skirennläufer Max Burkhart vom Skiklub Partenkirchen erlag seinen Verletzungen, nachdem er in Lake Louise schwer gestürzt war. Max Burkhart war Mitglied des bayerischen Skiverbands und Schüler auf der Sugar Bowl Academy in Kalifornien am Fuße des Ski-Resorts am Mount Lincoln. In Lake Louise wollte er auf der Weltcupstrecke bei einem Rennen der NorAm-Serie Punkte für die Ranglisten der FIS sammeln. Ein junger Athlet, der Spaß und Lebensfreude versprühte, und der seine Ziele rund ums Skifahren fest im Blick hatte, ist auf tragische Weise ums Leben gekommen.

Der Unfall erinnert mich von seinem Ablauf her an die tragischen Ereignisse um den Schweizer Skifahrer Silvano Beltrametti, der auch durch die Fangzäune hindurch gegen einen Baum prallte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Auch bei Max haben wohl leider die Kanten der Skier die Fangzäune durchtrennt.

Lake Louise: Ort der Freude wurde ein Ort der Trauer

Lake Louise- eben noch ein Ort der Freude, an dem Damen und Herren die diesjährigen Weltcupabfahrten vor begeistertem Publikum absolviert haben, ist nun ein Ort der Trauer. Viele Gedanken schießen mir durch den Kopf. Ich selbst kenne die Stelle der Abfahrtsstecke sehr gut, an dem Max gestürzt war und ich bin selbst unzählige Male die Passage auf der Abfahrtsstrecke in Lake Louise bei Trainings und Rennen durchfahren.

Wir Skifahrer sind alle eine große Familie, innerhalb derer wir mit Spaß für den Sport und mit Sympathie füreinander umgehen. Dieses Unglück trifft uns alle mit voller Wucht. Nach Jahren ohne Unfälle dieser Ausmaße trifft dieses Unglück den internationalen Skisport sehr schwer, nachdem vor kurzem schon die Franzosen ein Todesopfer in ihren Reihen zu beklagen hatten, nämlich David Poisson, der im kanadischen Nagiska beim Skifahren ums Leben kam. Nicolai Sommer vom Skiverband Chiemgau ist nach einem tragischen Sturz Anfang des Jahres querschnittsgelähmt.

An diesem Wochenende geht es für mich nicht um Ideallinien und Hundertstel. Ich wünsche mir vor allem, dass alle gesund bleiben und gut die Pisten runterkommen. Ich bin sehr traurig.

Martina Ertl-Renz

 

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