Kölner Haie - ERC Ingolstadt Kühnhackl: "So gut, so intensiv, so emotional - geil"

Hart umkämpfte Finalserie: Ingolstadts Benedikt Schopper (r) schlägt sich mit Kölns Charlie Stephens. Foto: dpa

DEL-Finale: Eishockey-Legende Erich Kühnhackl ist vom ERC Ingolstadt und den Kölner Haien begeistert.  In Spiel sieben fällt die Entscheidung.

 

AZ: Herr Kühnhackl, die Finalserie in der DEL zwischen den Kölner Haien und ERC Ingolstadt wird nun am Dienstag in Spiel sieben entschieden. Wagen Sie, Deutschlands Eishockeyspieler des 20. Jahrhunderts, eine Prognose?

ERICH KÜHNHACKL: Klar, ich weiß, wer der Sieger ist!

Dann lassen Sie mal hören!

Der Eishockeysport! Egal, welches der beiden Finalteams am Ende den Meisterpokal in die Höhe stemmt, mehr Werbung für Eishockey konnte man nicht machen. Diese Serie war so gut, so intensiv, so emotional – geil. Wer jetzt immer noch behauptet, dass Eishockey keine Fernsehsportart ist, dem ist nicht zu helfen.

Gut gesprochen, eigentlich wollten wir aber eine Prognose, wer Meister wird!

Das wage ich nicht. Immer wenn ich in diesem Final das Gefühl hatte, dass ein Team das andere im Sack hat, lag ich falsch und die haben mich eines anderen belehrt. Erst sah Köln nach zwei Siegen wie der klare neue Meister aus, dann schlägt Ingolstadt zurück und gewinnt drei Partien in Serie, kann das Ding daheim entscheiden. Aber wieder nichts. Das hier ist eine Serie der Wiederauferstehungen. Wer am Ende dann den Segen von oben hat, weiß ich nicht. Die Teams sind derart auf Augenhöhe, das ist schier unglaublich. Wobei ich schon sagen muss, ein bisschen hatte ich im Spiel sechs, das Ingolstadt daheim in Verlängerung verloren hat, schon das Gefühl, dass die plötzlich ein bisschen Bammel vor dem Erfolg haben. In der Rolle des Underdogs fühlen die Panther sich offensichtlich wohler.

Was wird am Ende die Serie entscheiden?

Die Haie haben mit Danny aus der Birken und die Panther mit Timo Pielmeier Ausnahmekönnner im Tor, die Frage ist, wer kann über sich hinauswachsen, den Unhaltbaren halten. Welches Team ist ein bisschen mehr bereit, sich aufzuopfern, damit der Keeper möglichst wenig Unhaltbare abkriegt? Zwischenzeitlich hatte sich das Puckglück auf Ingolstädter Seite geschlagen, im sechsten Spiel hat es sich gedreht. Ich denke, selbst der Eishockeygott wollte nicht, dass diese Serie vorzeitig endet. Jetzt sind beide Teams so nahe daran, die sind ungefähr einen Zentimeter vor dem Zieleinlauf beim 100-m-Lauf. Da will jetzt ganz sicher keiner am Ende zweiter Sieger sein.

Nach dem Spiel am Sonntag kochten die Emotionen extrem hoch, es gab eine zünftige Massenkeilerei.

So schlimm war’s nicht. Zu meiner Zeit wurde ganz anders hingelangt. In sechs Spielen entwickeln sich auch mal Feindschaften, die vergisst dein Leben nicht. Auch wenn es manche anders sehen: Eine raue Gangart, auch mal eine Keilerei, gehören dazu. Eishockey ist Emotionssport – ich will vom Spiel sieben sicher nicht eine Sekunden missen. Selbst wenn zeitgleich Bayern gegen Real spielt.

 

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