Kochspielhaus Backe, backe, koche!

Alte Holzmöbel, hohe Kerzenständer: Der Restaurant-Bereich im neuen „Kochspielhaus“ an der Rumfordstraße ist sehr individuell eingerichtet. Foto: Petra Schramek

Petra Schmid geht neue Wege. Die Inhaberin der Backspielhaus-Kette hat an der Rumfordstraße ihr erstes Restaurant eröffnet. Im „Kochspielhaus“ soll es abends keine Kohlehydrate geben, fast keine.

 

Es ist gar nicht so einfach, das neue Backspielhaus an der Ecke Rumford- und Reichenbachstraße zu finden. Noch hängt draußen kein Schild, auch auf den purpurroten Markisen steht nicht, was sich dahinter verbirgt. Und wenn wir schon dabei sind: Eigentlich ist auch die Bezeichnung „Backspielhaus“ nicht ganz korrekt.

Tagsüber wird hier zwar fleißig gebacken, und im Café kann man sich zum getoasteten Dinkelbrot (belegt ab 7,50 Euro) einen Latte Macchiato (3,90 Euro) oder eine hausgemachte Himbeer-Orangen-Limo (0,5 Liter für 6,50 Euro) bestellen. Aber das, was die mittlerweile 16. Backspielhaus-Filiale wirklich ausmacht, ist das, was ab 18 Uhr hier passiert.

„Ich wollte endlich mal ein Restaurant eröffnen“, sagt Petra Schmid recht lapidar, die Inhaberin der Backspielhaus-Kette. „Ich esse gerne gut, muss zugleich aber aufpassen, abends nicht zu viele Kohlehydrate zu mir zu nehmen.“ Auch deswegen soll es in ihrem „Kochspielhaus“ so wenig wie möglich davon geben, also keinen Reis, keine Nudeln, keine Kartoffeln.

Auf der Karte stehen saisonal wechselnde Gerichte. Küchenchef Mark Franke serviert bodenständige, ausgewogene und, wie er sagt, „nicht überdrehte“ Speisen, garniert mit allerlei frischen Kräutern. Zu essen gibt es etwa eine rosa bebratene Barbarie-Entenbrust mit Pilz-Karamell-Soße, Lorbeer, Polenta-Brot und Joghurt für 22,50 Euro oder ein Seeteufel-Filet mit Kopfsalat, Kapern, schwarzem Holunder und Brunnenkresse für 23,50 Euro.

Wer auf ein kulinarisches Abenteuer aus ist, der legt die Karte schnell beiseite und bestellt das Überraschungsmenü. Zwei Gänge kosten 28 Euro, drei 35 Euro, vier 45 Euro und fünf 55 Euro, das Sorbet am Ende 4,50 Euro extra. Schmid: „Weil wir nur frische Produkte verwenden, kann es tatsächlich sein, dass jeder Gast etwas anderes serviert bekommt.“

Und das geht so: Bestellen zum Beispiel vier Personen das Überraschungsmenü und liegt nur noch ein Saibling im Kühlschrank, der für exakt diese vier reicht, dann muss Franke sich für seine nächsten Gäste etwas einfallen lassen. „So können wir besser kalkulieren“, sagt Schmid, „ und produzieren weniger Abfall.“

Aber was, wenn jemand ein Brot zu seinem Hauptgang bestellt, das bekanntermaßen ja nicht wirklich kohlehydratfrei ist? „Das kriegt er natürlich“, verspricht Petra Schmid. „Wozu haben wir denn die Bäckerei?“


Rumfordstraße 5, tägl. 7 bis 20 Uhr, Restaurant: Di. bis Sa. 18 bis 0 Uhr, Tel. 54802738

 

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