Klostergalerie in St. Ottilien Bilderzyklen: Drang zur Abstraktion

Marlen Labus: Aus dem Genesis-Zyklus (Der vierte Tag), 2017. Öl auf Leinwand. Foto: R.Volz

Die Klostergalerie in St. Ottilien stellt zwei Bilderzyklen der Malerin Marlen Labus zu religiösen Themen aus.

 

Die Passions- und Fastenzeit, die sieben Wochen der Stille, des Nachdenkens und der Abkehr von der hektischen Konsumwelt, prägt auch das Ausstellungsprogramm der Klostergalerie in St.Ottilien durch ihre religiösen oder spirituellen Themen. In diesem Jahr zeigt die 1963 in Großsanktnikolaus (Banat in Rumänien) geborene, jetzt in Landsberg lebende Malerin Marlen Labus unter dem Titel „Empfindungen, erinnert im Stillen ...“ zwei Bilderzyklen, die das „Vater unser“ und die Schöpfung zum Inhalt haben.

Die sieben großformatigen Tafeln des ersten Themas sind keine Illustrationen zu den Etappen der Welt-Werdung, sondern Farbräume aus lasierenden Schichtungen, deren bei längerer Betrachtung scheinbar vibrierende Oberfläche sich in eine spirituelle Tiefe erweitert und vielfältige Assoziationen auslöst. Der Vater-unser-Zyklus hat mit seiner an Mark Rothko erinnernden Farbdimension einen noch konzentrierteren Drang zur Abstrak­tion und führt zum Innehalten, zum Sich-Versenken in die Erfahrung von Schuld, Verzeihen und Vertrauen und vielleicht zu einer Ahnung von metaphysischer Geborgenheit.

Die Ausstellung der Bilder von Marlen Labus wird in der Galerie St.Ottilien täglich bis 17 Uhr während der Öffnungszeit des Klosterladens bis 17. April gezeigt. Der Besuch ist am besten mit der S 4 oder dem Regionalzug der DB, Bahnhof Geltendorf, zu organisieren. Nähere Auskünfte: www.galeriesanktottilien.de. Die nächste Ausstellung ist ab 29. April (16 Uhr) den Fotografien und Videoinstallationen von Christoph Brech gewidmet, ab 8. Juli (15 Uhr) werden vor dem Exerzitienhaus die Skulpuren zum Thema Laudemium von Ute Lechner und Hans Thurner präsentiert.

 

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