Kleinkind fällt beinahe aus 3. Stock Tür eingetreten: Baby vor Sturz in die Tiefe gerettet

Aus diesem Fenster in der Pariserstraße wäre das Kind beinahe zehn Meter in die Tiefe gestürzt. Rechts: Der Besitzer eines Gitarrenladens wollte den Sturz mit einem Teppich abfangen. Foto: hub/ho

Mit einer dramatischen Rettungsaktion haben Passanten verhindert, dass ein kleines Mädchen aus dem dritten Stock eines Mietshause in Haidhausen stürzt

 

Haidhausen - Die kleine Nala (Name geändert) ist mit ihren drei Jahren ein richtiger kleiner Wirbelwind und schon ziemlich unternehmungslustig. Ihre Mutter bat deshalb am Donnerstag einen Nachbarn, auf ihre Tochter aufzupassen, während sie zur Arbeit ging. Schon nahm das Drama seinen Lauf.

Der Babysitter hat am Nachmittag einen Arzttermin und muss weg. Die Praxis liegt nicht weit entfernt, deshalb dachte er, er könne das Mädchen kurz alleine lassen.

Doch Nala wird es sehr schnell langweilig in der Wohnung. Sie klettert hoch zu einem der Fenster und öffnet einen Flügel. Die Wohnung liegt im dritten Stock eines Mietshauses in der Pariser Straße. Von einem schmalen Sims aus geht es zehn Meter senkrecht in die Tiefe.

Nala klettert auf das Blech. Sie schreit runter auf die Straße. Unten bleiben Passanten stehen. „Uns stockte der Atem, als wir das kleine Mädchen da oben herumturnen sahen“, erzählt ein Kioskbetreiber. Immer mehr Menschen laufen zusammen. „Geh zurück in die Wohnung“, schreien einige. Doch Nala scheint nicht zu verstehen. Immer wieder taucht sie am offenen Fenster auf. Eine falsche Bewegung hätte genügt und das Mädchen wäre in den sicheren Tod gestürzt.

Zwei Frauen fackeln nicht lange. Sie rennen durch die Hofeinfahrt ins Treppenhaus und die Stufen hoch bis in den dritten Stock. Ein Mann folgt ihnen.

Unten in seinem Gitarrenladen schnappt sich Stefan Padun ein Teppich, der vor der Eingangstür liegt. Ein Passant hilft ihm. „Wir haben versucht, ein Sprungtuch zu improvisieren“, erklärt der 37-Jährige. Ob die Notlösung tatsächlich funktioniert hätte, ist fraglich.

Das Rettungs-Trio im Treppenhaus ist glücklicherweise schneller. „Die haben die Wohnungstür eingetreten und gehofft, dass sie nicht zu spät kommen“, berichten Nachbarn. Die Frauen können Nala packen und vom Fenster wegreißen.

Noch bevor Feuerwehr und Polizei in der Pariser Straße eintreffen, ist die Gefahr gebannt. Als der Babysitter zurückkommt und überall die Einsatzfahrzeuge sieht, wird ihm klar, was für einen gewaltigen Fehler er gemacht hat. Doch dank der vielen aufmerksamen Menschen in der Pariser Straße ist Nalas Abenteuer noch einmal gut ausgegangen.

 

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