Kleeblatt "Noch ist nichts verloren"

Sieger sehen anders aus: Christian Rahn, Nicolai Müller, Felix Klaus, Jasmin Fejzic, Stephan Fürstner, Burak Kaplan und Danijel Aleksic (v. l.) bedanken sich artig bei den Fans. Foto: Zink

FÜRTH Aus der Hertha-Kabine schallte nach dem 2:0-Sieg in Fürth am Montagnacht Musik von Herbert Grönemeyer – ein Hauch von (Aufstiegs-)Party. Bei den Kleeblättlern herrschte nach der ersten Niederlage im neuen Jahr, der zweiten Heimschlappe in dieser Saison nach dem 1:2 gegen Aue, Niedergeschlagenheit. „Es haben Kleinigkeiten entschieden, wir haben uns bemüht, mehr nicht”, bilanzierte Edgar Prib – und traf den Nagel auf den Kopf. „Gegen so eine Mannschaft musst du von Anfang an bissiger und schwungvoller reingehen.”

 


Prib stand mit seiner Meinung nicht alleine da. Wie das Kaninchen vor der Schlange hatten sich Mike Büskens’ Schützlinge über 60 Minuten verhalten - und dann, als es schon zu spät war, ein wenig aufgedreht, aber vor dem Tor gewaltig versagt. „Uns hat die Effektivität und die Cleverness gefehlt”, lautete das Fazit von Keeper Alexander Walke.

"Berlin ist für diese Liga weit überqualifiziert"


Greuther Fürth verpasste den Sprung auf den dritten (Relegations-)Platz, Hertha BSC stürmt als Primus weiter der Bundesliga-Rückkehr entgegen. „Das ist der Unterschied zwischen Rang eins und drei oder vier”, dachte derweil Fürths Bester, Mergim Mavraj, laut nach, „Berlin hat das routiniert runtergespielt.” Oder wie es Büskens formulierte: „Ich muss neidlos den Unterschied zur Hertha akzeptieren. Berlin ist der Meister der Effektivität, für diese Liga weit überqualifiziert.” Das hatte zuvor jeder gesehen.


Was blieb nach dem verkorksten Abend aus Fürther Sicht? Durchhalteparolen schossen durch den Ronhof. Immerhin steht am Sonntag der Trip ins Erzgebirge nach Aue an, das Kleeblatt als Fünfter (46 Punkte) zum Vierten (47). Büskens kämpferisch: „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und gewinnen.”


Dass die Heimschlappe gegen die Hertha Spuren hinterlassen könnte, glaubt Kapitän Thomas Kleine nicht: „Die Niederlage wirft uns nicht um, wir werden bis zum Schluss um den Aufstieg kämpfen.” Ähnlich dachte Prib: „Noch ist nichts verloren. Mund abwischen, weitermachen.” Für Präsident Helmut Hack stand fest: „Es wird noch ein Marathonrennen, aber ich bin mir sicher, dass wir bis zum Ende oben dabei bleiben werden.” Die Devise für Sonntag: Haue für Aue! Um nicht selbst wieder zu Prügelknaben zu werden. Matthias Hertlein

 

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