Klartext vor Vetrags-Verlängerung Gabor Kiraly: "Computer spielen, statt rausgehen"

Möchte noch öfter mit den Fans jubeln und verlängert wohl bald: Gabor Kiraly Foto: Rauchensteiner/augenklick

Gabor Kiraly ist mittlerweile 37 – jetzt verlängert er bei den Löwen. Der Torwart verrät, was ihn immer noch antreibt – und was er bei jungen Spielern vermisst

 

München - Normalerweise halten sich Spieler zum Thema Vertragsverlängerung bedeckt. „Wir führen gute Gespräche“, heißt es dann. Doch Gabor Kiraly? Der redet Klartext. „Bis zur Unterschrift dauert es nicht mehr lange, schätze ich“, sagt er der AZ. Kiraly, seit 2009 bei 1860 und noch mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet, wird mindestens auch in der kommenden Saison im Löwen-Tor stehen.

Der Ungar wird im April 38 Jahre alt, die meisten Torhüter haben ihre Karriere dann schon längst beendet. Warum tut er sich das noch an? „Zum einen bin ich körperlich noch topfit“, meint er, „zum anderen noch total motiviert. Ich bin schon als Kämpfer geboren, hasse es, zu verlieren. Ich habe immer mit Mut gearbeitet, habe das im Blut.“ Recht hat er.

Kiraly reißt seine Mitspieler mit, im Training wird ein Kollege auch schon mal in Oliver-Kahn-Manier wachgerüttelt. Ohnehin ist Kiraly einer der letzten seines Genres an der Grünwalder Straße. „Als ich damals in meiner Heimat angefangen habe, hatte ich einen 34-jährigen Innenverteidiger in der Mannschaft. Ich habe ihn im ersten Training gesiezt, da ich mit dieser Art von Respekt aufgewachsen bin“, betont er. Und heute? Ist alles anders? „Die Einstellung ist grundsätzlich eine andere. Das ist überall so. In Deutschland, auf der ganzen Welt und auch bei 1860.“ Als Beispiel nennt er: „Wenn es heute zum Beispiel regnet, gehen die jüngeren Spieler nicht raus auf die Straße, sondern spielen Computer, weil es so kalt ist.“

Der ungarische Rekordtorwart weiß, wovon er spricht. Insgesamt absolvierte der 37-Jährige über 600 Pflichtspiele in seiner Karriere, davon 146 für die Löwen. Zuletzt wurde er von einem Internetportal zum besten Torhüter der zweiten Liga ausgezeichnet. „Auch bei Bayern gibt es heutzutage keine Spieler mehr wie Effenberg, Kahn oder Matthäus“, sagt er. „Spieler, die so richtig auf den Tisch hauen!“. Das ist von ihm gefordert. Der Schlussmann ist Teil des Mannschaftsrates, soll vorangehen. „Ich habe das Gefühl, dass unsere Spieler das unbedingt etwas lernen wollen. Solange das so ist, arbeite ich gerne mit ihnen und versuche zu helfen.“

Auch Trainer Friedhelm Funkel fordert mehr „Drecksäcke“ in seiner Mannschaft, die mit nur 18 Punkten auf Platz elf rangiert. Deshalb soll schon in der Winterpause personell nachgebessert werden – nur nicht auf der Position des Torhüters und der Innenverteidiger. „Ob die Qualität reicht, muss die sportliche Führung beurteilen“, meint Kiraly. Er sagt nur: „Wir haben einen guten Charakter in der Mannschaft und gute Qualität.“

Am Montag ist der Zweitplatzierte Greuther Fürth zu Gast in der Allianz Arena. Ein weiterer Fingerzeig, in welche Richtung es für die Löwen in dieser Saison noch geht. Kiraly: „Wir haben hart gearbeitet, vor allem an der Offensive – und wollen unbedingt eine Siegesserie!“ Dann unterschreibt es sich auch gleich besser.

 

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