Kita-Streit in Harlaching "Angebot der Stadt völlig inakzeptabel!"

Die Kita "Hänsel & Gretel" will einen längeren Mietvertrag, um für die Zukunft planen zu können. Foto: Hänsel & Gretel

Was wird aus Harlachinger Kita "Hänsel & Gretel"? Die Stadt will die Einrichtung übernehmen. Die Trägerin ist davon überhaupt nicht begeistert.

 

Harlaching - Die Geschichte von "Hänsel & Gretel" wird zum kleinen Drama: Jetzt meldet sich erstmals die bedrohte Kita zu Wort: "Entgegen den Informationen, die am 25. Februar 2013 aus dem Stadtpresseamt verlautbart wurden, ist die Zukunft des Harlachinger Kindergartens Hänsel & Gretel keineswegs gesichert", schreibt Katrin Fromm der AZ.

"Vielmehr steht einzig ein fragwürdiges Angebot des Referats für Bildung und Sport im Raum, das alle bisherigen Verhandlungen ad absurdum führt und in dieser Form völlig inakzeptabel für die Trägerin ist - soll sie doch nicht weniger als die Trägerschaft aufgeben."

Auf der Bezirksausschusssitzung am Dienstag 19. März um 19.30 Uhr, will die Trägerin Katrin Fromm persönlich Stellung zum Stand der Dinge nehmen. Die Sitzung findet statt in der Gaststätte Gartenstadt, Naupliastraße 2, 81547 München.

Unter anderem wird dort auch über den Antrag zur Mietvertragsverlängerung informiert, über den die Vollversammlung des Stadtrats am gleichen Tag diskutiert. Der Vorschlag des Bildungsreferats lautet, den bislang privat geführten Kindergarten unter freier Trägerschaft in eine Betriebsträgerschaft auf Basis der Münchner Förderformel zu überführen.

Konkret bedeutet das, die Stadt München möchte den Kindergarten als städtische Einrichtung übernehmen.

Für Trägerin Katrin Fromm ist dieses Ansinnen unfassbar: „Seit fünf Jahren sprechen wir über die Verlängerung eines Mietvertrags und nun steht quasi über Nacht der Fortbestand des Kindergartens in Frage. Denn jetzt geht es auf einmal nicht mehr um die Mietvertragsverlängerung, sondern nur noch um die Fortführung unter veränderter Trägerschaft."

Und: "Durch die Einführung der vom Referat geforderten Münchner Förderformel könnte der Kindergarten nicht mehr mit dem erfolgreichen pädagogischen Konzept und dem überdurchschnittlichen Betreuungsschlüssel betrieben werden. So wäre der Kindergarten Hänsel und Gretel nicht mehr die Einrichtung, für die sich die Eltern bewusst entschieden haben und hinter der ich auch als Trägerin aus vollster Überzeugung und mit ganzem Herzen stehe.“

Das achtköpfige Team der Kita hat bereits signalisiert, dass es die Einrichtung geschlossen verlassen werde, sollte der Plan der Stadt zustande kommen.

"In den städtischen Kitas fehlen bereits heute mehr als 400 pädagogische Fachkräfte!", schreibt Katrin Fromm. Die Stadt habe noch vor wenigen Tagen in einem Brandbrief um Verständnis geworben, "wenn in den Kitas ein pädagogisches Angebot ausfallen muss oder die Betreuungszeiten im gewohnten Umfang nicht mehr abgedeckt werden können".

Katrin Fromm: „Vor diesem Hintergrund ist es für mich unverständlich, weshalb die Stadt einen - ohne Betreuungsengpässe - erfolgreich geführten privaten Kindergarten in die städtische Verantwortung übernehmen will. Eine reibungslose Weiterführung dürfte demzufolge illusorisch sein. Leidtragende werden die Familien der betreuten Kinder sein.“

Der Plan des Bildungsreferats, ein Gebäude für eine zweigruppige Kinderkrippe auf dem Gelände zu errichten, wird von der Kita positiv aufgenommen: „Ich kann es nur begrüßen, dass eine Kinderkrippe in direkter Nachbarschaft entsteht“, schreibt Kartrin Fromm.

Es sei wünschenswert, möglichst bald eine langfristige Lösung zu finden. Ihr Vorschlag: eine Splittung des Grundstücks. "Auf diesem könnte zum einen die geplante Kinderkrippe unter städtischer Hand geführt werden und der Kindergarten wie bisher unter freier Trägerschaft bestehen bleiben."

 

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