Kirchen-Skandal Über 200 Missbrauchsfälle bei den Domspatzen

Rechtsanwalt Ulrich Weber spricht über Missbrauchsskandal. Foto: dpa

Der zuständige Rechtsanwalt spricht von über 200 missbrauchten Kindern. Dabei soll es zwischen den 1950er bis in die 1990er Jahre hinein neben Schlägen auch zu sexuellem Missbrauch gekommen sein.

Regensburg - Bei den Regensburger Domspatzen hat es wesentlich mehr Misshandlungsfälle gegeben als bisher angenommen. Das sagte der von Bistum und Chor mit der Klärung des Skandals beauftragte Rechtsanwalt Ulrich Weber am Freitag in einer Pressekonferenz.

Von 1953 bis 1992 seien mindestens 231 Kinder von Priestern und Lehrern des Bistums verprügelt oder sexuell missbraucht worden, sagte der von Bistum und Chor mit der Klärung des Skandals beauftragte Rechtsanwalt Ulrich Weber am Freitag in Regensburg.

Dunkelziffer liegt noch höher

"Die sexuellen Übergriffe reichten von Streicheln bis zu Vergewaltigungen", berichtete der Rechtsanwalt. Weber geht davon aus, dass die Dunkelziffer der misshandelten Kinder noch deutlich höher liegt. Er rechnet damit, dass etwa jeder Dritte der rund 2100 Vorschüler zwischen 1953 bis 1992 unter körperlicher Gewalt litt.

Webers Zahlen sind deutlich höher sind als diejenigen, die das Bistum Regensburg im Zuge seiner eigenen Nachforschungen vor rund einem Jahr öffentlich gemacht hatte. Im vergangenen Februar hatte das Bistum mitgeteilt, dass Berichte von 72 früheren Mitgliedern des weltberühmten Chors aus den Jahren 1953 bis 1992 vorlägen, die so schwer geschlagen worden seien, dass von Körperverletzung auszugehen sei.

Die Kirche hatte zudem angekündigt, jedem von ihnen eine Entschädigung von 2500 Euro zu zahlen.

 

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