Kino: "Offroad" Nora Tschirner auf Abenteuerreise

Nora Tschirner spielt in "Offroad" eine Frau, die endlich etwas erleben will. Foto: Paramount

Verfolgungsjagden, Schusswechsel und romantische Momente: „Offroad” bietet von allem etwas, aber an der Logik hapert es

 

Das nordrhein-westfälische Geilenkirchen und Berlin Neukölln, die biedere Meike Pelzer, Betriebswirtin in Vaters Fabrik für Grasfangsäcke, und der coole Deutschtürke Salim aus dem berüchtigten Hauptstadt-Kiez. Größer könnten die Gegensätze nicht sein.

Ihre Wege kreuzen sich durch einen Proll-Jeep mit Büffelkopf auf dem Kühler, den sich Meike auf einer Zollamt-Auktion ersteigert. Mit dem Karren ab in die Wüste – natürlich „Offroad”, abseits der Straßen, das wär’s. Als sie ihren Verlobten mit der besten Freundin in der Gartenlaube erwischt und im neuen Auto 50 kg Kokain im Wert von 2,5 Mio Euro entdeckt, packt sie kurz entschlossen Stoff und Koffer und düst los. Beim ersten Deal vor der Düsseldorfer Disco kriegt sie statt Kohle fürs Tütchen Keile und obendrein sind ihr die eigentlichen Besitzer der heißen Fracht hart auf den Fersen. Im richtigen Moment hilft ihr Salim aus dem Schlamassel, gemeinsam brettern Powermacho und Provinzmädel nach Berlin. Das neue Geschäftsmodell, Koks zu verkaufen, entpuppt sich als echte Herausforderung und der unerwartete Mitfahrer als wahnsinnig knackiger Kerl. Die Glücksampel könnte auf grün stehen, wären da nur nicht die verdammten 50 Kilo!

Zwischen Nora Tschirner („Keinohrhasen”, „Zweiohrküken”), die das Blumenblüschen mit der Kapuzenjacke tauscht, und dem lässigen Elyas M’Barek („Türkisch für Anfänger") stimmt die Chemie. Zwar mangelt es der abwegigen Geschichte an jeglicher Logik, selbst das dümmste Landei posaunt nicht laut heraus „Wollt ihr Koks kaufen?” und fragt „Zahlt ihr zusammen oder getrennt?”.

Trotz dieser und anderer Absurditäten unterhält das populär gestrickte Abenteuer, auch wenn Regisseur Elmar Fischer kein Berlinklischee auslässt, von hippen Szeneclubs, schicken Hotellobbys bis zum heruntergekommenen Hostel, nettes Multikulti inklusive. Bis zum vorhersehbaren Ende gibt’s als Zugabe Verfolgungsjagden, irrwitzige Schusswechsel und romantische Momente. Keine filigrane Screwball-Comedy, aber eine robuste deutsche Komödie.

Kino: Cinemaxx, Mathäser, Royal
R: Elmar Fischer (D, 98 Min.)

 

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