Kimmich, Boateng und Hummels DFB-Defensive: Der bayerische Abwehr-Block

Drei Defensivspezialisten für Deutschland: Die Bayern-Profis Joshua Kimmich, Jérôme Boateng und Mats Hummels (v.l.). Foto: GES/firo/Augenklick/AZ

Mit Boateng, Hummels und Kimmich stellen drei Spieler aus München den Großteil der DFB-Defensive – und mit dem Noch-Kölner Linksverteidiger Hector könnte ein weiterer Nationalspieler dazukommen.

München - Der Bayern-Block war schon immer eine Bank in der Nationalelf. Ein Faustpfand für Beständigkeit und oftmals für einen großen Titel. Siehe 1974. Franz Beckenbauer gab den Libero, unterstützt vom treuen Adlatus Katsche Schwarzenbeck, auf der Linksverteidiger-Position Paul Breitner mit einer Menge Offensivdrang. Beim WM-Erfolg 1990 verteidigten Klaus Augenthaler und Jürgen Kohler gemeinsam. 2014 in Rio standen Philipp Lahm und Jérôme Boateng in der Viererkette.

Bei der Endrunde diesen Sommer in Russland könnten es drei Bayern sein, die den Abwehr-Block bilden: Zu Boateng kommt Mats Hummels, der 2016 vom BVB nach München wechselte und schon bei der WM in Brasilien das Innenverteidiger-Duo mit Boateng bildete. Rechts hat sich Joshua Kimmich etabliert, seit der EM 2016 in Frankreich unumstritten als Nachfolger von Lahm. Und links? Hat der Kölner Jonas Hector seinen Stammplatz sicher. Seit dem Titelgewinn 2014 hat kein Akteur mehr Länderspiele (25) absolviert als der 27-Jährige.

FC Bayern: Kommt Jonas Hector für Juan Bernat?

Doch eben diesen Hector können sich die Bayern-Bosse gut in München vorstellen. Weil die Gelegenheit da ist – und günstig wäre. Im wahrsten Sinne des Wortes. In seinem Vertrag beim 1. FC Köln hat Hector eine Ausstiegsklausel im Falle eines Abstiegs verankert. Danach dürfte er die Rheinländer für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von sieben bis acht Millionen Euro verlassen.

Ein Nationalspieler mit diesem Preisschild? Ein Schnäppchen. Borussia Dortmund zeigt seit längerem Interesse. Doch nun hat auch der FC Bayern in Person von Sportdirektor Hasan Salihamidzic Kontakt zu Hector aufgenommen wie der Kicker berichtete. Hector ist Herzenskölner und Führungsfigur beim FC, doch in der Zweiten Liga wäre seine Nationalelf-Karriere vorbei.

Also Dortmund oder Bayern? Konkurrenzkampf mit Marcel Schmelzer oder David Alaba? Beim BVB hätte Hector mehr Einsatzchancen. Voraussetzung für einen Transfer zu den Bayern wäre der Abschied von Juan Bernat, dem aktuellen Backup von Alaba. Der Spanier soll sich mit einem Abgang ein Jahr vor Vertragsende beschäftigen – zu gering sind seine Stellvertreter-Einsätze.

Kimmich, Boateng und Hummels starten wohl gegen Spanien

Noch besteht der Bayern-Block aus drei und nicht vier Akteuren. Beim ersten der beiden Testländerspiele dieser Tage gegen Spanien wollte Bundestrainer Joachim Löw sein festes Gerüst aufbieten, eben mit Kimmich, Boateng und Hummels. Letztmals haben die drei im DFB-Trikot beim 3:1 in der WM-Qualifikation Anfang Oktober letzten Jahres zusammengespielt – das einzige Mal in der vergangenen Saison.

Dass der Bayern-Block in dieser Stärke Löw zur Verfügung steht, liegt daran, dass sich Kimmich mit seiner Rolle als Rechtsverteidiger mittlerweile abgefunden hat. Über viele Jahre sei der 23-Jährige der Meinung gewesen, "dass ich meine Stärken am besten im Zentrum einbringen kann", sagte er der SZ. Im Profibereich war Löw "der Erste, der mich rechts hinten gesehen hat. Ihm verdanke ich viel." Als die Bayern ihm das Erbe von Lahm anvertrauten, kam der Sinneswandel. "Ich habe mich rechts so entwickelt, dass ich denke: Gut möglich, dass ich jetzt auch als Rechtsverteidiger eine entscheidende Rolle spielen kann."

Doch ein ehrgeiziger Spieler wie Kimmich will mehr. "Natürlich würde ich gerne ein Gesicht des deutschen Fußballs werden". Sein Ziel sei es, "bei Bayern und beim DFB ein Führungsspieler zu werden. Angst vor dieser Rolle habe ich jedenfalls keine." Tritt einmal die WM-Gewinner-Generation um Thomas Müller ab, wäre Kimmich der geeignete Kapitän – bei Bayern und in der Nationalelf. Übrigens: Sollte Hummels oder Boateng bei der WM mal unpässlich sein, ist da ja noch: Niklas Süle, FC Bayern.

 

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