Kicker-Posse in Österreich Nach irrer 2:42-Pleite: Eine Stadt feuert ihre Fußballer

Der Wurm war drin im Spiel der Hobby-Kicker des SC Mödling: Nach der 2:42-Niederlage dürfen sie jetzt den Rasen nicht mehr betreten. Foto: dpa

Die Geschichte hatte im Juni auch international für Schlagzeilen gesorgt: Im österreichischen Fußball-Unterhaus fegte Unterwaltersdorf den SC Mödling vom Platz. Jetzt hat die Gemeinde zu drastischen Mitteln gegriffen.

 

Wien - Da gelingt es dem österreichischen Nationalteam um Bayern-Star David Alaba, mit einer schon fast sicheren Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 zu überzeugen, arbeiten insgesamt 18 Spieler in der deutschen Bundesliga für ein besseres Image des lange Zeit belächelten rot-weiß-roten Fußballs - und dann das: Im Fußball-Unterhaus der Alpenrepublik geht der SC Mödling (Bundesland Niederösterreich) gegen den Konkurrenten aus Unterwaltersdorf mit 2:42 (in Worten: zwei zu zweiundvierzig) baden. Zur Halbzeit hatte es bereits 0:19 gestanden.

Michael Kanyka, Trainer der so brutal vorgeführten Mannschaft, suchte nach der historischen Pleite nach Erklärungen: "Wir sind überrollt worden und haben nur einen echten 'Kampfmannschaftsspieler' im Kader gehabt, alle anderen sind verletzt, krank oder verhindert gewesen. Wir haben aber tapfer gekämpft, einen Elfmeter gehalten und sogar zwei Tore geschossen."

Wie auch immer: dieses 46-Tore-Spiel, das bereits im Juni stattfand, sorgte weit über Österreich hinaus für Schlagzeilen - bis nach Südamerika. Und genau das zwang nun Mödlings Stadtverantwortliche offenbar zu einem drastischen Schritt. Der Mannschaft des SC Mödling wurden jetzt sämtliche Trainingszeiten auf dem Fußballplatz gestrichen, wie Michael Kanyka der Zeitung Niederösterreichische Nachrichten erzählte. Der Trainer und Obmann: "Deshalb müssen wir mit der Kampfmannschaft und der Reserve aufhören."

Mödlings Sportstadtrat Robert Mayer bestätigt dies: "Nach dem 2:42 war die Stadt Mödling dazu veranlasst, etwas zu unternehmen. Es steht ja auch der Name der Stadt im Vereinsnamen. Der SC sollte ein Aushängeschild sein. Wenn sogar in Südamerika über den SC Mödling und somit auch über die Stadt gelacht wird, sind wir angehalten, Akzente zu setzen."

 

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