Keine unterirdische Sporthalle Ärger um die Phorms Schule: Erweiterungsbau wird abgelehnt

Planungssprecher Robert Brannekämper (CSU) erklärt: "Externe Flächen können nicht mehr genutzt werden." Foto: imago/STL (Archivbild)

Bogenhausen - Die Phorms Schule plant eine unterirdische Sporthalle mit Fachlehrsälen darauf, Anwohner und der Bezirksausschuss wollen das nicht dulden.

 

Die private Phorms Schule im Herzen des Bogenhauser Ortskerns will eine unterirdische Sporthalle und darauf vier Fachlehrsäle bauen. Der Bezirksausschuss (BA) ist strikt dagegen. Im Stadtviertelparlament heißt es, dass durch die Pläne geltendes Baurecht ausgehebelt würde.

Das Anwesen an der Maria-Theresia-Straße 35 ist eigentlich ein Verwaltungsbau, wird seit 2007 aber als privates Schulgebäude genutzt und wurde mehrfach erweitert. Heute besuchen rund 650 Kinder Schule, Kita und Krippe.

"Externe Flächen können nicht mehr genutzt werden"

Nun soll erneut gebaut werden, eine unterirdische Sporthalle mit Fachlehrsälen darauf. Zehn Meter in die Tiefe soll es gehen und acht Meter nach oben. Für Christiane Hacker (SPD) aus dem Bezirksausschuss ist das ein Unding: "Es ist für Kinder nicht zuträglich, in einer komplett künstlich beleuchteten und belüfteten Halle Sport zu treiben."

Den Hintergrund erklärte Planungssprecher Robert Brannekämper (CSU) auf der jüngsten Sitzung: "Es gibt keine eigene Sporthalle, externe Flächen können nicht mehr genutzt werden." Viele Nachbarn waren gekommen, auch der von ihnen beauftragte Rechtsanwalt Benno Ziegler.

Der erklärte, bereits ohne unterirdische Sporthalle verstoße die Bebauung gegen den gültigen Bebauungs- und Freiflächen-Gestaltungsplan. Weitere Verdichtung ist darin nicht vorgesehen, der parkähnliche Charakter der Grünflächen ist zu erhalten.

Rechtsanwalt Ziegler fordert Ablehnung des Bauantrags

"Sukzessive hat man den Park entgegen den Festsetzungen des Plans versiegelt", so Ziegler. Das Gebäude im Süden bezeichnet er deshalb als "Schwarzbau". Er fordert die Stadt auf, die Phorms GmbH zum Rückbau zu verpflichten und den Bauantrag für die Turnhalle abzulehnen.

Probleme gibt es seit langem auch mit dem Verkehr, denn der Einzugsbereich von Schule, Kita und Krippe reicht weit über Bogenhausen und München hinaus, Elterntaxis bringen die Kinder. "Es ist ein tägliches Chaos", klagte ein Nachbar. Was die Sporthalle betrifft: "Wir halten das für rechtswidrig und sollte die Lokalbaukommission das genehmigen, würde das Baurecht mit Füßen getreten", erklärte Robert Brannekämper. Das Gremium stimmte unisono zu.

Auf Anfrage der Abendzeitung sagte ein Sprecher des Planungsreferats, dass der Bauantrag derzeit unabhängig geprüft werde.

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