Opfer (33) lag blutüberströmt in Wohnung Gewaltdelikt bestätigt! Soko jagt den Prostituierten-Mörder

, aktualisiert am 31.08.2017 - 15:17 Uhr
Im Fall der toten Prostituierten hat die Polizei weiter keine Spur. Foto: News5/AZ

Mysteriöses Tötungsdelikt in Regensburg: Eine Prostituierte wird am Mittwoch tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Spuren hat die Polizei keine. Auch einen Tag nach dem Fund gibt es noch keinen Verdächtigen.

Regensburg - Eine Frau liegt blutüberströmt in ihrer Wohnung in Regensburg, die Tür ist eingetreten. Oliver (Name geändert) war gerade auf dem Weg zu einem Freund, dem Nachbarn der Frau. Beim Vorbeigehen bemerkt er, dass etwas nicht stimmt und schaut vorsichtig in die Wohnung. Dann der Schock: "Das sah da drin aus wie ein Schlachtfeld. (...) Er hat nichts gemacht. Die war schon tot", wird der Nachbar später von der Nachrichtenagentur News5 zitiert. Sofort wird die Polizei alarmiert– der Notruf geht in den frühen Morgenstunden ein.

Bei dem Opfer handelt es sich um eine Rumänin, die in Regensburg als Prostituierte gearbeitet hat. Die 33-Jährige hat ihre sexuellen Dienste wohl direkt am Tatort, einer Wohnung in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Landshuter Straße, angeboten. Ihr Nachbar beschreibt die 33-Jährige als "ausgesprochen höflich und freundlich" – sie sei weder arrogant noch eingebildet gewesen. Im Netz verkaufte sich die Frau als 32-jährige Spanierin auf einschlägigen Portalen – gab dort an, Katharina zu heißen.

Schnell nahm die Kripo Regensburg die Ermittlungen bezüglich eines möglichen Tötungsdeliktes auf. Noch in der Nacht begannen Spezialisten der Spurensicherung mit der Arbeit. Weit hatten es die Beamten nicht: Das Polizeipräsidium Oberpfalz befindet sich direkt auf der anderen Straßenseite. Daneben gab es erste Befragungen und Vernehmungen. Doch trotzdem fehlt der Polizei bislang jede Spur, auch einen möglichen Verdächtigen können die Ermittler nicht nennen.

Obduktion: Frau kam gewaltsam zu Tode

Die rechtsmedizinische Untersuchung des Leichnams ergab, dass die Frau mit Sicherheit gewaltsam zu Tode kam. Weitere Details können die Beamten aus ermittlungstaktischen Gründen aktuell allerdings noch nicht mitteilen. Bereits kurze Zeit nach dem Leichenfund richteten die Beamten die 25-köpfige Ermittlungskommission "Alemannen" ein. Das Bayerische Landeskriminalamt unterstützt die Soko – unter anderem haben die Beamten den Tatort mit einem 3D-Drucker abgebildet.

Albert Brück, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz: "Es handelt sich um ein Tötungsdelikt mit unbekanntem Täter. Der Täter ist flüchtig. Die Kripo ist mit Hochdruck an dem Fall dran. (...) Es gab schon solche Fälle in Regensburg, der letzte liegt aber schon zehn Jahre zurück. Zum Glück sind solche Gewaltverbrechen Einzelfälle."

Es ist nicht der erste Mord an einer Prostituierten in Nordbayern in diesem Jahr. Anfang Juni verbreitete eine Mann in Nürnberg Angst und Schrecken. Zwei Frauen wurden damals vom 21-jährigen Felix R. brutal getötet. Sein Motiv war angeblich Wut nach Meinungsverschiedenheiten mit seinen Opfern. Was die Hintergründe der Bluttat in Regensburg sind, ist derweil noch vollkommen unklar.

Zeugenaufruf

Die Ermittler hoffen auch auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Relevant sind alle Wahrnehmungen am Dienstagabend bis in die Nachtstunden im Tatortumfeld. Passanten oder Anwohner, die Angaben zu Personen oder Fahrzeugen machen können, sind dringend aufgefordert, sich mit der Kriminalpolizei Regensburg unter der Tel.-Nr. 0941/506-2888 oder mit einer anderen Polizeidienststellen in Verbindung zu setzen. "Auch Wahrnehmungen, die persönlich als unwichtig eingestuft wurden, können wichtige Bausteine in der Ermittlungsarbeit darstellen", teilt die Polizei weiter mit.

 

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