Keine Reaktion von Hoeneß und Rummenigge Bayern-Fans klagen immer lauter - doch die Bosse schweigen

Haben nun einiges aufzuarbeiten: Präsident Uli Hoeneß (l.) und Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Foto: Sven Hoppe/dpa

Der Protest der Ultras des FC Bayern gegen die Trikotfarben des Rekordmeisters wird immer lauter und kreativer. Das Bundesliga-Spiel in Mainz besiegelt einen vorläufigen Höhepunkt. Doch von den Klubbossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß kommt keine Reaktion.

München - "Wir wollen rot-weiße Trikots, wir wollen rot-weiße Trikots, wir wollen rotweiiiiiiißßßßßßeeee Trikoooooots!" 

Mancher Fangesang in der Bundesliga ist erstmal schwer zu entschlüsseln. Der der Ultras des FC Bayern war es am Samstag beim FSV Mainz 05 (2:1) nicht. Die Forderung der Anhänger richtete sich dabei unmissverständlich an die Klubbosse des Rekordmeisters, Vereinspräsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Kritischer Verweis auf Rummenigge

Das galt nicht zuletzt für das überdimensionale Banner in Trikotform, das über den Bayern-Block gespannt wurde. Darauf stand: "§ 1 – Die Clubfarben sind unantastbar!" Zweifelsohne eine Anspielung auf den Verweis in der legendären Pressekonferenz an der Säbener Straße auf Artikel 1 des Grundgesetzes durch Rummenigge, wonach die Würde des Menschen unantastbar sei. (Lesen Sie auch: Trikot-Protest: Bayern-Fans veräppeln Rummenigge)

Tatsächlich steht in Paragraph 1 des FC Bayern München e.V., dass die - Zitat - "Clubfarben Rot und Weiß sind". Blaue Hosen beim Heimtrikot, ein mintgrünes Auswärtstrikot und ein graufarbenes Champions-League-Dress – die Bayern nahmen es in dieser Saison nicht so genau. Was die Hartgesottenen unter den Anhängern nicht gerade amüsiert. Ihr Protest wird immer lauter und allgegenwärtiger, doch die Bayern-Bosse, die zuletzt ja über alles und jeden sprachen, schweigen just zu diesem Thema.

Wahlplakat mit Hoeneß drauf

Dabei richtet sich der Protest explizit an sie als Adressaten. Das zeigte etwa eine Art Wahlplakat mit dem Konterfei von Hoeneß, dass offenbar Bayern-Fans vor der Landtagswahl in der Maxvorstadt über ein Plakat der Grünen geklebt hatten, wie die "SZ" nun berichtete. Dahinter stand: "Ein Trikot, in dem wir gut und gerne spielen."

Zuerst der Hoeneß-Verweis, nun der Rummenigge-Seitenhieb. Es wirkt, als fühlten sich die Fans nicht gehört. Vielleicht sogar nicht ernst genommen? Dabei protestieren sie seit Wochen in den Stadien auswärts und daheim in der Allianz Arena (oder auch im Grünwalder Stadion bei den Amateuren) mit einem riesigen Transparent und einer weiteren roten Fahne in Trikotform.

Unter der Facebookgruppe "Die Clubfarben sind Rot und Weiss" posten die Fans ferner Sticker aus aller Welt, die sie auf ihren Reisen an öffentlichen Plätzen anbringen, und so ihren Protest unterstreichen – etwa in Athen, St. Lucia (Karibik), auf Mallorca oder im Urwald bei Guadeloupe.

Keine Stellungnahme vom FC Bayern

Besagte Facebookgruppe haben Stand Montagnachmittag zwar nur knapp 4.600 User abonniert. Doch die Fans, die protestieren, sind nicht zuletzt jene, die den Klub überall hin begleiten. Bislang fehlt von diesem jedoch jede Stellungnahme. 

Lesen Sie hier: Was der BVB-Boss über die Bayern-PK sagt

 

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