Keine Meisterfeier Duschen verboten! Bayern erteilt Spaß-Verbot

Duschen? Ja, mit Warmwasser und Shampoo. Aber nicht mit Weißbier wie hier 2010 als Van Buyten Mitspieler Robben nass macht. Die Bayern, allen voran Sportdirektor Matthias Sammer, haben Partyverbot erteilt. Foto: augenklick/sampics, dpa

Keine Bierduschen, keine T-Shirts, kein Feuerwerk: Wenn der FC Bayern am Samstag Meister wird, fällt die Party aus. Schuld daran sind die Italiener.

 

München - Es wird die trockenste Meisterfeier aller Zeiten. Für den Fall, dass...!

Denn die Bayern haben sich Party-Verbot auferlegt. Wegen Juventus Turin, dem Gegner im Viertelfinale der Champions League (Hinspiel am Dienstag). Trotz der Rekordmeisterschaft des Rekordmeisters. Schaffen sie es, war nie einer früher dran.

Sieben Spieltage vor Saisonende wären die Bayern der früheste Meister in 50 Jahren Bundesliga. Man überträfe die eigene bisherige Bestmarke: 1973 (6:0 gegen Kaiserslautern) und 2003 (2:0 in Wolfsburg) war am 30. Spieltag Zieleinlauf.

Auch das früheste Meister-Datum würde das Team von Trainert Jupp Heynckes um 19 Tage unterbieten: Köln holte die Schale 1964 am 18. April. Eine schnelle Nummer also – wie auch der mögliche Jubel am Samstagabend. Motto: ein alkoholfreier Party-Quickie. Denn von ganz oben kommt die Anordnung: feiern verboten!

"Wir werden auf keinen Fall feiern, es wird nicht einmal ein Essen geben", schrieb Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im Vorwort des Bayern-Magazins. "Wir wollen die große Chance, die wir in der Champions League sehen, nicht durch Jubel-Arien gefährden."

74 Stunden später geht es an Ort und Stelle in der Allianz Arena gegen Juventus Turin. Die Meisterschaft gerät zur Statistik-Nummer. Titel Nummer 23, null Promille. "Man kann sich auch ohne Alkohol freuen", meinte Heynckes. Da wird sich einiges aufstauen – bis zum letzten Heimspiel am 11. Mai gegen den FC Augsburg.

Und die Sekunde des Mia-san-durch? Für Sportdirektor Matthias Sammer wäre es "ein unglaublicher Moment, den wir uns allerdings nur sehr kurz gönnen dürfen". Weil Juventus, die "Alte Dame", wartet, diese linke Dame. Sammer in der "Bild": "Das sind in der Regel schön anzusehende Spieler, schwarze Haare, treue Augen, die dich anschauen – und sie sind Schlitzohren."

Die Bayern bestätigten am Karfreitag, dass es "keine Bierduschen, keine Cappies, keine T-Shirts, kein Feuerwerk, kein gar nichts" geben werde. Ein ganz leiser Champion.

Wenigstens eine Ehrenrunde? Sprecher Markus Hörwick: "Mit Schlusspfiff des Hamburg-Spiels beginnt die Vorbereitung auf Juventus Turin. Die Mannschaft geht sofort in die Kabine, wird dort zusammenbleiben und ein gemeinsames Essen einnehmen. Das hat nichts mit Feiern zu tun, das ist schon aktive Vorbereitung. Danach geht die Mannschaft nach Hause, es wird einen Zapfenstreich geben."

Da hakte Heynckes während der Presserunde ein, sagte: "Ich muss Markus berichtigen – bei mir hat’s noch nie einen Zapfenstreich gegeben, weil meine Spieler so professionell sind, dass sie schon wissen, was sie zu tun haben." Füße hoch, schlafen.

"Ich würde schon gerne im eigenen Stadion Meister werden", sagt Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger. Und, ganz auf Linie der Bosse: "Wir haben noch viel vor. Das Spiel gegen Juve ist einfach zu wichtig. Wir können auch wann anders feiern."

Dann gerne wieder traditionell-zünftig. Mit den Paulas, die das Weißbier zum Duschen in Drei-Liter-Humpen bringen. So wurde noch jeder nass gemacht, ob Hoeneß oder Rummenigge, zuletzt am 8. Mai 2010. Alles aufgeschoben. Es gab einen Hinweis an alle Sponsoren, bitte von Meisterfeier-Aktionen abzusehen und alles dem sportlichem Erfolg unterzuordnen.

Man hält sich daran. Nach dem Spiel gehen die Profis in die Players Lounge der Arena, ab 22 Uhr ist hier Feierabend für den Nichtfeier-Abend.

 

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