Keine "kulturelle Aufwertung" Ersatz-Philharmonie: Paketposthalle bleibt Paketposthalle

So hätte ein Konzertsaal in der Paketposthalle aussehen können – die Idee fiel aber durch. Foto: Campo/Jürken Architekten

Die Philharmonie wird nicht an die Friedenheimer Brücke ziehen. Das hatten die Grünen vorgeschlagen – doch die Post will nicht.

München - Noch vor Wochen waren die Anhänger dieser Lösung voller Hoffnung. "Einmalig", "spannend", eine "kulturelle Aufwertung" für Neuhausen: Dass der Gasteig in der Sanierungszeit in die Paketposthalle an der Arnulfstraße ziehen könnte, begeisterte die Grünen (stadtweit) und die Politik überhaupt (im Viertel). Der Bezirksausschuss sprach sich für den Standort aus.

Doch jetzt ist der Traum ausgeträumt. Nach AZ-Informationen hat die Deutsche Post, der das Gelände gehört, endgültig abgewunken. Die Post hält die Flächen für sich für optimal – und will sie weiter für den eigenen Betrieb nutzen. Damit wird sehr viel wahrscheinlicher, dass für den Gasteig kein einzelner großer Zwischennutzungsstandort gefunden wird. Und die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, die Musikhochschule – und nicht zuletzt die Philharmonie – auf viele Standorte verteilt werden müssen.

Der Gasteig soll voraussichtlich ab 2020 saniert werden, demnächst entscheidet der Stadtrat. Die Grünen-Stadtratsfraktion hatte sich im Februar gegen den Vorschlag ausgesprochen, die Ersatzspielstätte für die Philharmoniker während der Sanierung des Gasteigs auf dem Parkplatz am Finanzgarten zu errichten.

"Spannender wäre die von uns schon vor einiger Zeit für die Vision einer Musikstadt München in die Diskussion gebracht Paketposthalle als Standort", hatte Grünen-Stadtratsfraktionschef Florian Roth gesagt. "Dort wäre Raum für weitere kulturelle Nutzungen auch über die Umbauzeit hinaus.” Seit gestern weiß man: In der Pakethalle gibt es auch in Zukunft weder das Eine noch das Andere. Sondern weiterhin Pakete.

 

3 Kommentare