Keine Gewalttat Leiche von Neonazi gefunden - Rechte planen Trauermarsch

Der Tatort, an dem der Tote am Mittwoch (19.09.) gefunden wurde, ist mit Absperrband gesichert. Foto: dpa/Christophe Gateau

Am Mittwochabend ist die Leiche eines Mannes vor einem Museum in Mönchengladbach entdeckt worden. Der Tote ist ein bekannter Rechtsradikaler. Erste Spekulationen bestätigen sich nicht. 

Mönchengladbach - Vor dem Museum Abteiberg wurde am Mittwochabend ein Toter entdeckt. Ein Passant hatte die Leiche des 32-Jährigen vor einem Museum gefunden. Gegenüber t-online.de bestätigte die Polizei, dass es sich bei dem Mann um Marcel K., einen bekannten Rechtsradikalen, handelt. Weil der Tote Stichverletzungen aufwies, konnte ein Gewaltdelikt zunächst nicht ausgeschlossen werden. Dies bestätigte sich jedoch nicht. 

Am Donnerstagnachmittag teilte die Polizei Mönchengladbach, dass der Leichnam in der Rechtsmedizin Düsseldorf obduziert worden sei. Das Ergebnis: Selbstmord. "Die Untersuchungen bestätigen ein suizidales Geschehen, bei welchem der 32-jährige Bremer sich selbst mit einem Messer das Leben nahm", heißt es in der Mitteilung.  

Die Polizei betonte außerdem: Spekulationen in den sozialen Medien, laut denen der Todesfall bereits als vorsätzliches Tötungsdelikt bewertet wurde, hätten "die Ermittlungen der Mordkommission nicht bestätigt."

Hooligans und Neonazis rufen zu Trauermärschen auf

Marcel K., in der Szene bekannt als "Captain Flubber", war Mitbegründer von "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa). In den sozialen Medien rufen Hooligans und Neonazis zu Trauermärschen in Mönchengladbach auf. Auch die NPD NRW schreibt: "Kommt nach Mönchengladbach, um auch hier in NRW endlich ein Zeichen zu setzen. Aus #Solidarität zum deutschen #Volk."

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners zeigt sich besorgt und schrieb dazu auf Facebook: "Es macht mir große Sorgen, wenn ich nach dieser schrecklichen Gewalttat im Netz Aufrufe lese, nach Mönchengladbach zu fahren und den Mörder zu jagen. Ich vertraue auf unserer Polizei, die alles daran setzen wird, die Tat schnellstmöglich aufzuklären, und auf unseren Rechtsstaat, der Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen wird. Besonnenheit ist jetzt auf allen Seiten das Gebot der Stunde."

Die Polizei erwartete rund 500 Teilnehmer. "Wir gehen von einem friedlichen Verlauf aus, sind aber gut aufgestellt, falls es zu Störungen kommen sollte", sagte die Polizeisprecherin. Die Veranstaltung sei von einer Privatperson angemeldet worden, es habe ein Kooperationsgespräch mit der Polizei gegeben.

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Anmerkung der Redaktion: In der Regel berichtet die AZ nicht über Selbsttötungen – es sei denn, die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und geheilt werden. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie bei der Telefonseelsorge: 0800–111 0 111 und 0800–111 0 222.

 

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