Keine Geschenke für Erzieherinnen Korruption in der Kita: So wehren sich Dortmunder Einrichtungen

Symbolbild: In der Kita "Galileo" wird den Kindern von der Erzieherin Kathrin Kulenisch digitale Technik näher gebracht. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Bei dem Thema Korruption denkt man eigentlich an Politik- und Wirtschaftsverbrechen als an Kindertagesstätten. Trotzdem arbeitet die Stadt Dortmund präventiv gegen Bestechungsversuche an Erziehern.

 

Dortmund - In der Arbeit einen Gutschein zum Geburtstag oder Blumen zum Jahresende geschenkt bekommen? Warum nicht. Viele Angestellte werden zu besonderen Anlässen von ihren Kunden beschenkt. Ist man aber Angestellter der Stadt, dann sieht die Sachlage ganz anders aus. Zuwendungen dieser Art könnten als Bestechung ausgelegt werden.

In Dortmund werden Erzieher und Eltern der Fabido-Kitas darauf hingewiesen, auf Aufmerksamkeiten zu verzichten, wie die Ruhrnachrichten berichten. Nicht mal zum Ende des Kindergartenjahres sollten die Erzieher von den Eltern mit einem Geschenk bedacht werden.

Regeln für die Angestellten der Stadt

Von der Stadt Dortmund gibt es eine Dienstanweisung, die klare Regeln für die Angestellten der Stadt definiert: "Beschäftigten der Stadt Dortmund ist es – auch nach Beendigung ihres Dienstverhältnisses – grundsätzlich untersagt, in direktem oder indirektem Zusammenhang mit dem Dienst- bzw. Beschäftigungsverhältnis Zuwendungen jeglicher Art ohne Zustimmung des Dienstvorgesetzten anzunehmen oder sich versprechen zu lassen", zitieren die Ruhrnachrichten.

In der Dienstanweisung zur Vorbeugung von Korruption und zum Schutz der Mitarbeiter des Landes Nordrhein-Westfalen heißt es: "Die Bürger der Kommune [...] haben einen Anspruch darauf, dass die Mitarbeiter der Verwaltung ihre Aufgaben nach Recht und Gesetz, also unparteiisch und gerecht erfüllen. Dies entspricht dem öffentlich-rechtlichen Selbstverständnis der Gemeindeverwaltung als Dienstleisterin für die Allgemeinheit. Deshalb darf in der Öffentlichkeit keinesfalls der Eindruck entstehen, dass persönliche Beziehungen oder etwaige Vorteile die Entscheidungen der Beschäftigten beeinflussen können."

Erzieher könnten in der Entscheidung der Platzvergabe der Kita beeinflusst werden oder bestimmte Kinder bevorzugt behandeln.

Spenden nur an Projekte

Dortmunds Stadtsprecher Michael Meinders sagt gegenüber den Ruhrnachrichten: "Wir gehen damit grundsätzlich sehr sensibel um. Beschäftigte und Führungskräfte nehmen das Thema ernst, auch damit sich niemand unwissend in Gefahr begibt. Das Rechnungsprüfungsamt bietet regelmäßig allen Fachbereichen Seminare zur Vertiefung und Sensibilisierung an. [...] Einmal im Jahr ein Pfund Kaffee für das Team ist okay, ein großer Gutschein geht nicht."

Wenn man der Kindertagesstätte seines Kindes etwas Gutes tun möchte, sollte man also lieber an Projekte für die Kinder als an Einzelpersonen spenden.

 

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