Vorerst keine Entlassung Wie lange bleibt Niko Kovac noch Trainer beim FC Bayern?

Banger Blick: Bayern-Trainer Niko Kovac. Foto: Tobias Hase/dpa

Die 1:5-Blamage in Frankfurt offenbart schonungslos, wie sehr es bei den Bayern im Moment nicht stimmt. Zuletzt gab es so eine Klatsche unter Klinsmann. Doch Trainer Niko Kovac bleibt im Amt – vorerst.

 

Am Tag nach dem vorläufigen Tiefpunkt dieser Bayern-Saison war Niko Kovac als einer der Ersten an der Säbener Straße. Mehr als zwei Stunden vor Trainingsbeginn fuhr der Coach in die Tiefgarage – mangelnden Fleiß hat man ihm nie vorwerfen können.

Niko Kovac: Keine Entlassung am Sonntag

Andere Versäumnisse und Fehler hingegen schon. Und so kam es durchaus überraschend, dass der Kroate um kurz nach 10 Uhr die geheime Übungseinheit leitete, das öffentliche Training war kurzfristig abgesagt worden. Die 1:5-Demütigung bei Eintracht Frankfurt (hier die AZ-Noten) hatte Kovac arg in Bedrängnis gebracht, aber nicht zu Fall. Nach AZ-Informationen bleibt der 48-Jährige vorerst Bayern-Trainer und sitzt am Mittwoch beim Champions-League-Spiel gegen Olympiakos Piräus (18.55 Uhr) auf der Bank.

Klar ist aber: Kovac darf sich keinen weiteren Rückschlag erlauben, sonst droht die Entlassung. Nachfolge-Kandidaten wie der frühere Juventus-Trainer Massimiliano Allegri werden bereits gehandelt. Nach dem Debakel von Frankfurt, das bei den Fans wütende Proteste hervorrief, herrschte bei den Stars Rat- und Sprachlosigkeit. Nur Kapitän Manuel Neuer und Kovac stellten sich den Journalisten, ihre Analysen zeigten deutlich, wie prekär die derzeitige Lage ist. "Ich gehe sehr enttäuscht und traurig in den Bus", sagte Kovac. Der einstige Erfolgstrainer der Eintracht sah abgekämpft aus, fast verzweifelt. "Ich kann mich nicht erinnern, als Trainer mal 1:5 verloren zu haben."

Historische Niederlage unter Trainer Kovac

Viele Bayern-Fans auch nicht. Letztmals gab es eine solche Klatsche im April 2009 unter Jürgen Klinsmann – ein 1:5 in Wolfsburg. Wenig später war Klinsi Bayern-Geschichte. 16 Gegentore nach zehn Ligaspielen gab es ebenfalls in jener Schreckenssaison 2008/09. Mit Klinsmann verglichen zu werden, ist generell für keinen Bayern-Trainer positiv.

"Wir hoffen, dass es eine Phase ist", hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic vor Anpfiff gesagt. Doch diese Hoffnung muss man langsam aufgeben. Seit der 7:2-Gala bei Tottenham geht’s steil bergab, spielerisch und nun auch bei den Ergebnissen. Torhüter Neuer, der bei den Gegentreffern von Kostic (25.), Sow (34.) Abraham (49.), Hinteregger (61.) und Paciencia (85.) ohne Abwehrchance war, sagte: "Das ist nicht akzeptabel, du darfst keine fünf Dinger bekommen. Ich finde, das hat sich schon ein bisschen abgezeichnet. Das ist jetzt für mich kein Wunder, was hier passiert ist. Man hat ja auch das Spiel in Bochum gesehen, deshalb ist es für mich keine Riesenüberraschung."

Auch die frühe Rote Karte für Jérôme Boateng (10.) wollte Neuer nicht als Ausrede gelten lassen: "Die Niederlage ist darauf zurückzuführen, dass es nicht läuft bei uns." Zumindest die Selbstkritik stimmte. Das aber auch fast als Einziges.

Kann Niko Kovac noch die Bayern-Stars führen?

Wie aber will nun Kovac, dem längst nicht mehr alle Spieler folgen, das Team aufrichten? "Man muss den Kopf, die Psyche erreichen. Über die Arbeit müssen wir unser Spiel wiederfinden. Wenige Fehler machen, wenige Gegentreffer kassieren." Nach der Pressekonferenz bekam Kovac von Eintracht-Kulttrainer Dragoslav Stepanovic einen Klaps auf die Schulter, die beiden unterhielten sich kurz. Stepanovic ("Lebbe geht weider") zur AZ: "Ich habe Niko gesagt, dass ich ihm die Wende wünsche. Er war schon als Spieler ein Kämpfer, und das ist er auch als Trainer." Doch Stepanovic hat eine Vermutung, warum es so schlecht läuft bei Bayern, für die nur Robert Lewandowski traf: "Es ist immer schwierig für einen Trainer, wenn es in der Kabine nicht stimmt, wenn die Spieler sich untereinander Vorwürfe machen."

Neuer ließ die Gelegenheit aus, Kovac öffentlich zu stärken. "Jeder Einzelne, egal welche Rolle er für den FC Bayern spielt, muss bei sich anfangen und muss für das Team arbeiten", sagte er nur und sprach von "unruhigen Tagen", die vor Bayern liegen würden. Besonders vor Kovac. Er wisse nicht, ob er eine Zukunft bei den Münchnern habe, erklärte der Coach noch: "Die, die das entscheiden, sind die, die gefragt werden müssen." Von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge bekommt Kovac die Chance gegen Olympiakos. Es dürfte seine letzte sein.

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