Kauf, Leasing, Kredit Finanzierungsformen beim Autokauf im Überblick

Der Traum vom Auto: Bei einer Autofinanzierung geht es nicht selten um sehr viel Geld. Aus diesem Grund sollen Käufer vorher verschiedene Optionen checken und vergleichen. Foto: © reverent (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Der Kauf eines Autos muss hierzulande häufig finanziert werden. Doch welche Finanzierungsoption ist letztlich die richtige?

 

München - Ein eigenes Auto ist für viele Menschen in Deutschland immer noch sehr wichtig oder sogar notwendig. Laut Kraftfahrt-Bundesamt gab es im Jahr 2015 3,21 Millionen Neuzulassungen von Autos und über 7 Millionen Besitzumschreiben. Dies zeigt sehr eindrucksvoll, dass deutlich mehr Personen einen Gebrauchtwagen kaufen als einen Neuwagen. In beiden Fällen ist jedoch oftmals eine Finanzierung erforderlich. Doch welche Optionen gibt es in diesem Bereich eigentlich? In diesem Ratgeber sollen drei verschiedene Finanzierungsformen genauer vorgestellt werden.

Die Finanzierung per Autokredit von der Bank – der Klassiker

Wer die finanziellen Mittel für einen Autokauf nicht direkt aus dem Einkommen oder Vermögen bestreiten kann, benötigt eine Finanzierungsoption. Der Klassiker unter den Finanzierungen ist sicherlich der Autokredit von der Bank. Grundsätzlich sind hierzu folgende Schritte nötig:

1. Das gewünschte Auto aussuchen und Finanzierungsbedarf ermitteln
2. Antrag bei der Hausbank oder einer Online-Bank stellen
3. Kreditunterlagen an die Bank versenden
4. Mit dem Geld zum Autohändler gehen und den Wagen bezahlen
5. Kreditraten abtragen

Diese Form der Finanzierung weist einige Vorteile auf, denn als Barzahler lassen sich mitunter deutlich höhere Rabatte aushandeln als bei anderen Finanzierungsformen. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:

Kaufpreis: 30.000 Euro
Neukunden-Rabatt: 6 Prozent
Barzahler-Rabatt: 7 Prozent
Zu zahlender Kaufpreis: 26.100 Euro
Ersparnis durch Barzahlung: 3.900 Euro

Liegen die Zinsen für den Autokredit zudem relativ niedrig, lässt sich auf diesem Weg eine günstige Finanzierung für den Kauf eines Wagens nutzen.

Hinweis: Bei der Bank sollten Interessenten unbedingt den Verwendungszweck angeben. Nicht selten weisen spezielle Autokredite günstigere Zinssätze auf als Ratenkredite mit freier Verwendung.

Die Finanzierung über den Autohändler – niedrige Zinsen als Vorteil

Eine sehr komfortable Finanzierungsmöglichkeit für ein Auto stellt die Händlerfinanzierung dar. Der Käufer muss nicht extra zu einer Bank, sondern kann ganz einfach alles über den Händler erledigen. Dieser kooperiert im Normalfall mit einer speziellen Bank und kann im Zuge dessen nicht selten sehr attraktive Konditionen zur Verfügung stellen. Die Lösung hat jedoch sowohl Vor- als auch Nachteile:

Vorteile Nachteile
Oft werden günstige Zinssätze geboten Kein Barzahler-Rabatt
Kein administrativer Aufwand Keine Bankenwahl (die Finanzierung läuft über den Kooperationspartner des Händlers)
häufig sind Autoversicherungen inklusive  

Ob sich eine Händlerfinanzierung zum Autokauf lohnt, hängt stets von den konkreten Angeboten ab. Im Vergleich zu einem Autokauf ist vor allem immer die Frage interessant, ob die vermeintlich günstigen Zinssätze der Händlerfinanzierung den fehlenden Barzahler-Rabatt letztlich wieder wettmachen. In diesem Fall wäre der Weg über den Händler auf jeden Fall die günstigere Wahl.

Kfz-Leasing – leihen statt kaufen

Als Alternative zum tatsächlichen Erwerb eines Fahrzeugs hat sich in den letzten 15 bis 20 Jahren das Leasing hervorgetan. Bei dieser Variante wird das jeweilige Auto nicht gekauft, sondern lediglich geliehen. Was auf den ersten Blick recht einfach klingt, hat sich in der Praxis als äußerst kompliziert erwiesen. In der Praxis existieren zahlreiche Leasing-Modelle, von denen die folgenden beiden am häufigsten zum Einsatz kommen:

1. Kilometer-Leasing

Die Regelungen zum Kilometer-Leasing sind tatsächlich recht einfach gehalten. Der Vertrag wird über eine fest Laufzeit (oft 24-48 Monate) hinweg abgeschlossen. Dabei legen die Vertragspartner eine Kilometerleistung fest, deren Nutzung in den Leasingraten eingepreist ist. Die Reparaturen während der Nutzungsdauer muss der Leasingnehmer tragen. Zum Ende der Laufzeit kann der Leasingnehmer das Fahrzeug wieder beim Leasinggeber abgeben. In Bezug auf die Laufleistung gelten folgende Regeln:
- Jeder zu viel gefahrene Kilometer muss zusätzlich bezahlt werden
- Jeder zu wenig gefahrene Kilometer wird erstattet

Diese Form des Leasings weist eine Reihe von Vor- und Nachteilen auf:
- Einfach strukturierte Verträge (+)
- Planbarkeit der Kosten bei realistischer Schätzung der Laufleistung (+)
- Kein Restwertrisiko für den Leasingnehmer (+)

- Kein Eigentum am Fahrzeug (-)
- Aufgrund des Restwertrisikos setzt der Anbieter höhere Leasingkosten an (-)
- Kosten für Mehrkilometer höher als Erstattungen für Minderkilometer (-)
- Vorzeitige Kündigungen sind sehr teuer (-)
- Es ist eine Anzahlung zu leisten (-)

Wer einen teuren Leasingvertrag mit langer Laufzeit nutzt und gerne aussteigen möchte, kann über den Online-Vermittler Leasingtime.de den Vertrag zur Leasingübernahme für andere Nutzer anbieten. Häufig finden sich entsprechende Abnehmer.

2. Restwertleasing

Das Restwertleasing ist komplizierter als das Kilometerleasing, weil der Leasingnehmer keine konkrete Berechnung anstellen kann. Hierbei wird nämlich bereits zum Anfang des Leasingvertrags ein Restwert festgelegt, den das Fahrzeug zum Ende der Leasingdauer mindestens haben muss. Bei einer Unterschreitung muss der Leasingnehmer die Differenz zum festgelegten Mindest-Restwert bezahlen. Liegt der Restwert höher, erhält er einen Teil der Differenz zurück. Auch wenn sich theoretisch entsprechende Gewinne erwirtschaften lassen, überwiegen die Nachteile für private Leasingnehmer oftmals deutlich:

- Die Festlegung des Restwerts erfolgt auf Basis von Berechnungen des Leasinggebers
- Eine Restwert-Minderung kann auch durch eine absinkende Nachfrage nach einem Automodell eintreten
- Die Unwägbarkeiten bewegen sich auf einem hohen Niveau

Grundsätzlich gibt es zwar durchaus auch faire und interessante Angebote im Bereich Restwertleasing für Privatpersonen. Ein genauerer Blick ist hierbei jedoch immer angebracht.

Fazit

Ein Autokauf wird heute in den meisten Fällen per Finanzierung durchgeführt, da sich nur die wenigsten eine solche Anschaffung aus Einkommen oder Vermögen leisten können. Die Frage nach der richtigen Form der Finanzierung kann nicht pauschal beantwortet werden, da es immer auf die individuellen Angebote ankommt. Das Leasing ist allgemein eher für Selbständige und Geschäftsleute interessant, da diese die Leasinggebühren steuerlich geltend machen können. Doch auch Privatpersonen sollten stets alle Alternativen in Betracht ziehen und aus den bestehenden Optionen die Finanzierungsalternative auswählen, die letztlich am günstigsten ausfällt. Wer hier genau rechnet, kann eine Finanzierung finden, die die eigenen Bedürfnisse berücksichtig und darüber hinaus auch noch den eigenen Geldbeutel entlastet.

 

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