Katholische Kirche Langes Verfahren: Zwei Münchner sollen selig gesprochen werden

In Kürze Selige: Der Professor Romano Guardini und der Journalist Fritz Gerlich. Foto: dpa/AZ

Erzbischof und Kardinal Marx eröffnet mit einem Gottesdienst am Samstag das aufwendige Verfahren für die Seligsprechung der beiden Münchner Fritz Gerlich und Romano Guardini.

Der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx eröffnet am Samstag (17.30 Uhr) in der Münchner Frauenkirche das Verfahren für die Seligsprechung des Publizisten Fritz Michael Gerlich und des Religionsphilosophen Romano Guardini. Gerlich soll auf Initiative des Erzbistums München und Freising als Märtyrer seliggesprochen werden. Wegen seines religiös geprägten Widerstandes gegen die Nationalsozialisten war er 1934 im Konzentrationslager Dachau von den Nazis ermordet worden.

Bei Guardini geht es um die Frage, ob ihm der "Heroische Tugendgrad" zuerkannt wird, der ein außerordentliches Leben nach Tugenden wie Glaube, Liebe oder Klugheit erfordert. Zudem muss auf seine Anrufung hin ein Wunder geschehen sein. Der Theologe gilt als Wegbereiter der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Ein bischöflicher Beauftragter und ein Kirchenanwalt werden nun in den kommenden Jahren das Leben und Wirken von Gerlich und Guardini erforschen und Hinweise auf Gebetserhörungen oder gar Wunder sammeln. Das Erzbistum rief alle Gläubigen auf, entsprechende Informationen weiterzugeben. Danach prüft die vatikanische Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse in Rom die vom Erzbistum gesammelten Erkenntnisse.

Spricht der Papst Guardini und Gerlich tatsächlich selig, können sie verehrt und um Fürbitte bei Gott gebeten werden. Zuletzt wurden in den 1980er Jahren drei Bistumsangehörige seliggesprochen, darunter der Jesuit Pater Rupert Mayer, der karitativ wirkte und Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete.

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