Kasko, Teilkasko, Haftpflicht Kfz-Versicherung: Das ändert sich 2016

Wer Vorteile nützt, kann bei der KFZ-Versicherung Geld sparen. Foto: dpa

Das neue Jahr bringt für die Autofahrer einige Änderungen bei der Kfz-Versicherung mit sich. Glücklicherweise sind die meisten davon von Vorteil. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.

 

München - Keine Veränderung gibt es beim Sonderkündigungsrecht. Nach wie vor können Autofahrer in bestimmten Situationen ihre Kfz-Versicherung kündigen, ohne an einen Wechseltermin gebunden zu sein. Dies ist laut Informationen von AllSecur beim Eintritt folgender Ereignisse der Fall:

• Nach Eintritt eines Versicherungsfalls: Sollten Sie mit Ihrem Fahrzeug einen Unfall verursachen, der eine Entschädigungszahlung des Versicherers zur Folge hat, können Sie die Versicherung innerhalb von vier Wochen nach Abschluss über die Verhandlungen der Entschädigung die Versicherung kündigen.

• Bei Fahrzeugwechsel: Beim Verkauf des eigenen Fahrzeugs und anschließender Neuanschaffung eines Neu- oder Gebrauchtwagens muss das neue Fahrzeug nicht wieder bei der alten Versicherung versichert werden, um einen günstigen Versicherer zu finden.

• Bei Änderung der Versicherungsprämie: Egal, ob Ihr Versicherer die Prämie erhöht oder verringert, in jedem Fall besteht das Sonderkündigungsrecht. Das gilt übrigens auch für den Fall, dass die Leistungen reduziert werden. Mitteilungen über Änderungen bei der Versicherungsprämie oder der Leistungen versenden die Versicherungen in der Regel von November bis Januar.

• Bei neuer Einstufung in eine andere Regionalklasse: Der Höhe der Versicherungsprämie berechnet sich unter anderem auch nach der Regionalklasse. Sollten Sie also umziehen und das Fahrzeug am neuen Wohnort ummelden, kann der Versicherer unter Umständen die Prämie erhöhen. Auch in diesem Fall können Sie kündigen.

• Bei neuer Einstufung in eine andere Typklasse: Ebenso verhält es sich mit den Typklassen. Sonderkündigungsrecht besteht auch dann, wenn Ihr Fahrzeug in eine höhere Typenklasse eingestuft wird.

Sollte einer der oben genannten Fälle eintreten, ist es auf jeden Fall ratsam, einen Versicherungsvergleich zu machen. Sollten Sie auf der Suche nach einem günstigen Versicherer fündig werden, haben Sie bei allsecur.de die Möglichkeit ein Muster für das Kündigungsschreiben herunterzuladen.

Die neue Typklasseneinstufung der Kfz-Versicherer


Es ändert sich einiges bei den Tyklassen. Dabei gilt: Je höher die Typklasse, je höher die Versichertungsprämie

In regelmäßigen Abständen passen die Versicherer die Kfz-Typklassen an. Anhand des Schadenbedarfs für jeden der mehr als 26.000 in Deutschland bestehenden Fahrzeugtypen erfolgt die Einstufung in die jeweilige Typklasse. Die Grafik zeigt im oberen Teil, welche Typklassen es gibt. Die Einteilung erfolgt in drei Kategorien:

• Haftpflicht
• Vollkasko
• Teilkasko

Da die Leistungen in den einzelnen Kategorien unterschiedlich sind, kann auch eine Änderung in nur einer Kategorie erfolgen. Der untere Teil der Grafik gibt einige Beispiele dafür, welche Fahrzeugtypen in höhere oder niedrigere Typklassen eingestuft wurden. Dabei gilt je höher die Typklasse, desto höher die die Versicherungsprämie. Hier noch weitere Beispiele für die Kategorien Kasko und Teilkasko:

• Opel Mokka 1.6: -3 VK, -1 TK
• Suzuki Alto 1.0: -1 VK, +3 TK
• Range Rover Sport 3.0 TD: +2 VK, +5 TK
• Jaguar F-Type Roadster: +1 VK
• Mazda 3 FLH 2.0: +5 VK
• Lexus RX 450 Hybrid: +4 TK

Statistisch gesehen gibt es in der Kategorie Kfz-Haftpflichtversicherung nur bei rund 30 Prozent aller Fahrzeugtypen eine veränderte Typklasse 2016. Von diesen 30 Prozent werden 14 Prozent im neuen Jahr in eine niedrigere Typklasse eingestuft. Die restlichen 16 Prozent werden in höhere Typklassen eingestuft. Besitzer dieser Fahrzeugtypen müssen dann mit einer höheren Versicherungsprämie rechnen. In den Kategorien Vollkasko und Teilkasko sind die Änderungen schon gravierender. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick darüber:

  höhere Typklasse niedrigere Typklasse
Vollkasko 0,8 Millionen Fahrzeuge 8,6 Millionen Fahrzeuge
Teilkasko 0,3 Millionen Fahrzeuge 5,3 Millionen Fahrzeuge

Während in der Kategorie Haftpflichtversicherung überwiegend die Fahrzeugart und die Fahrweise der Nutzer entscheidend ist, beeinflussen in den Kategorien Vollkasko und Teilkasko neben Verkehrsunfällen auch Autodiebstähle, Fahrzeugbrände, Wildunfälle oder Glasschäden die Einstufung in die Typklasse. Welche Typklasse Ihr Fahrzeug hat, können Sie auf den Seiten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer (GDV) herausfinden.

Erhöhte Versicherungssumme

Änderungen für das Jahr 2016 betreffen auch die Höhe der Versicherungssumme. Während die Versicherungssumme bei Personenschäden lange Zeit bei acht Millionen Euro lag, wurde dieser Wert in den letzten Jahren angepasst. Vielleicht steht in Ihrem Vertrag schon eine Summe von zwölf Millionen Euro. Für das Jahr 2016 werden die meisten Versicherer die Höhe erneut anpassen. Die Deckungssumme von fünfzehn Millionen Euro wird dann marktüblich sein.

Rabattschutz und Schutzbriefe

Beliebte Elemente eines Kfz-Versicherungsvertrages sind der Rabattschutz und Schutzbriefe für Pannenhilfen. Bei diesen Teilbereichen heben die Versicherer die Kosten leider an. Wer sich weiterhin einen Schadensfall pro Jahr erlauben möchte, ohne in eine höhere Schadenfreiheitsklasse eingestuft zu werden, musste dafür in Zukunft etwa 20 Prozent mehr Versicherungsprämie bezahlen. Da lohnt sich schon eine gründliche Prüfung, ob darauf künftig nicht verzichtet wird. Bei den Schutzbriefen für Pannenhilfe schlagen die Versicherer ebenfalls drauf. Sie machten bisher etwa drei Prozent der Gesamtprämie oder zwischen acht und 19 Euro aus. Ab 2016 dürfte der Schutzbrief zwischen fünf und zehn Prozent der Gesamtprämie ausmachen. Wer Mitglied eines Automobilklubs ist, kann darauf aber sowieso verzichten.

Kaufpreis bei Totalschaden

Gute Nachrichten gibt es bei der Erstattung des Kaufpreises für die Schadensfälle Totalschaden und Diebstahl. Die meisten Versicherer locken Kunden mittlerweile mit einer kostenlosen Kaufpreisentschädigung für Gebrauchtwagen. Ab 2016 dürfen Versicherte, deren Fahrzeug einen Totalschaden erleidet oder deren Fahrzeug gestohlen wird, bis 24 Monate nach dem Kauf mit einer Erstattung des gesamten Kaufpreises rechnen. Allerdings ist es nach wie vor ratsam, gründlich das Kleingedruckte für diesen Bereich zu lesen.

Der Marder bekommt Gesellschaft

Marder haben es bekanntermaßen oft auf Teile wie Bremsleitungen oder Ähnlichem abgesehen. Gegen diesen Schadensfall waren die Versicherten bisher geschützt. Kein Versicherungsschutz bestand jedoch, wenn ein anderes Nagetier einen Schaden verursachte. Hier wird die Formulierung im Kfz-Versicherungsvertrag in Zukunft von Marderbiss auf Tierbiss geändert. Beachten Sie aber, dass Haus- und Nutztiere in der Regel vom Schadensfall ausgenommen sind. Der Begriff Tierbiss schließt ganz allgemein alle Nagetiere ein, die einen Schaden am Fahrzeug verursachen. Auch die Kosten für Folgeschäden wurden von den Versicherern nach oben angepasst.

Fazit

Im Jahr 2014 lag die Schadensquote bei etwa 90 Prozent. Das heißt, den Einnahmen durch Versicherungsprämien stehen 90 Prozent Ausgaben durch Versicherungsleistungen und Entschädigungen gegenüber. Dieser Wert ist relativ gut und verantwortlich dafür, dass die Änderungen bei Kfz-Versicherungen für den Verbraucher moderat ausgefallen sind. Im Jahr 2010 lag dieser Wert schon einmal über 100 Prozent. Damals hatte dies einen deutlichen Anstieg der Prämien zur Folge.

 

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