Karriere-Knick 1860 - Teil 1 Löwen-Trainer: Das wurde aus Werner Lorant

Von 01.07.1992 bis 18.10.2001 Löwen-Dompteur: Werner Lorant Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Sie kamen mit guten Absichten - und gingen oft im Schlechten. Die Rede ist von den ehemaligen Trainern des TSV 1860 München. Die AZ sieht sich ihren Werdegang genauer an. Teil 1: Werner Lorant

München - Alexander Schmidt war der letzte Vertreter einer wenig gefragten Spezies - der letzte Ex-Löwen-Trainer, der bis vor Kurzem bei Jahn Regensburg tätig war. Nun sind die Übungsleiter nach ihrer Zeit beim TSV 1860 allesamt vereinslos - mit Ausnahme von Uwe Wolf, der seit Mittwoch wieder als Interimstrainer bei Wacker Burghausen im Amt ist und die Fahne als einziger ehemaliger Löwen-Coach hochhält. Dabei haben viele Ex-Trainer nach der Entlassung Traditionsteams wie Arminia Bielefeld, FC Saarbrücken, Dynamo Dresden, Energie Cottbus, SV Wacker Burghausen oder MSV Duisburg führen dürfen - Vereine, die mittlerweile von der Bildfläche verschwunden sind. Die AZ zieht die traurige Bilanz der 13 Trainer mit Karriere-Knick.

Werner Lorant: Der beinharte Weltenbummler

Entlassung 1860: 18.10.2001
Letzter Verein: DAC Dunajska Streda/Slowakei bis 07.04.2012

Lorant ist neben Meistertrainer Max Merkel die Löwen-Trainerlegende schlechthin. Er übernahm die Löwen 1992 als Drittliga-Meister und führte sie in die Bundesliga. Werner "Beinhart"  wurde neben seinen Erfolgen durch seine rauhbeinige Art auf und neben dem Platz und seine verbalen Entgleisungen bekannt - 2001 musste ergehen. Er hängt immer noch sehr an seinem alten Verein und schaut hin und wieder im Löwen-Stüberl bei Wirting Christl Estermann vorbei. Und ist mit seinen 65 Jahren nicht zu jung, sich den Neuen Medien zu widmen. "Es ist verdammt traurig, so ein Heimspiel zu sehen", schrieb er auf seiner Facebook-Seite nach der 0:1-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf. Verdammt traurig ist auch aber auch sein Werdegang.

Vom erfolgreichen Bundesliga-Trainer zum Bezirksligisten-Interimstrainer bei ATA-Spor München. Dazwischen lagen zahlreiche Stationen, überall in der Welt. Die bekannteste im Jahr 2002 bei Fenerbahce Istanbul in der ersten türkischen Liga. Doch nirgendwo konnte er sich lange halten, geschweige denn an seine Erfolge beim TSV 1860 München anknüpfen, höchstens an seine Skandale. Seine Millionen hat er verloren, sein Trainer-Wissen ist nur noch bei den Privatsendern Sat1 und Pro Sieben gefragt. Nur bei bei den Löwen-Fans steht er unter Denkmalschutz. Mittlerweile lebt Lorant auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca, weilt in den Sommermonaten in Waging am See und gibt dort auf einem Campingplatz Trainingsstunden für Kinder.

Lesen Sie am Freitag ab 14 Uhr den zweiten Teil der AZ-Serie Karriere-Knick 1860: Peter Pacult

 

22 Kommentare