Karlsbar Gulasch für den Fürsten

Wo Grafen und Barone wohnen, kocht Karl Baumgartner bodenständige Gerichte. Foto: Daniel von Loeper

Mit der Karlsbar hat sich Karl Baumgartner einen Lebenstraum erfüllt. Bei ihm bestellen sich sogar Adelige ein Fleischpflanzerl.

 

München - Was bietet man in einer Villengegend, wo Grafen und Barone wohnen, am besten zu essen an? Natürlich Rindsroulade, Gulasch und Fleischpflanzerl–„das lieben die Leute, die wollen mittags wie bei Mama sein”, sagt Karl Baumgartner.

In einer schönen Gegend am Rand von Alt-Bogenhausen – vorne raus der Bürgermeisterpark, hinten raus herrschaftliche Jugendstilbauten–hat Baumgartner (46) vor ein paar Wochen die Karlsbar eröffnet, ein kleines Tagescafé mit günstigem Mittagstisch und Platz für etwa 20 Gäste.

Dort trifft sich ein interessantes Publikum: In der Werkstatt gegenüber bringen viele Porschefahrer ihre Autos zum Reparieren, die Straße flanieren Adelige entlang, dazu kommen die viele Konsulate, Kanzleien und das Finanzgericht in der Nähe. Wer regelmäßig in diesem Teil der Stadt unterwegs ist, der kehrt irgendwann in der Karlsbar ein und genießt dort Baumgartners bodenständige Küche.
Zu essen gibt es, was auch bei Baumgartners zu Hause früher auf den Tisch kam. Seine Eltern hatten eine Metzgerei, die Mutter war eine gute Köchin. „Die gefüllte Paprika etwa”, erinnert sich Baumgartner, „Schalotten, viel Majoran, viel Thymian – die war Wahnsinn.”

Die Wahnsinns-Paprika gibt es zusammen mit Stampfkartoffeln (8,80 Euro) nun auch in der Karlsbar. Manchmal gibt es auch Bœuf Bourguignon (9,20 Euro) oder gefüllte Hähnchenbrust mit weißem Bohnengemüse (7,90 Euro)–jeden Tag ein anderes Hauptgericht, dazu wechselnde Suppen und Salate.

Baumgartner war bis vor Kurzem in der Medienbranche zu Hause: Er hat für Radio Arabella gearbeitet, für Premiere und für die Messe München. Er war aber auch schon immer ein passionierter Hobbykoch. Wenn er zu Hause Gäste bewirtet hat, haben die ihn oft gefragt, ob er nicht mal ein eigenes Lokal aufmachen will.

Als auf seiner ehemaligen Pendlerstrecke irgendwann ein Laden leer stand, hat sich Baumgartner ein Herz gefasst, seinen alten Job an den Nagel gehängt und sich mit der Karlsbar einen Lebenstraum erfüllt.

Neben den Baronen und Fürsten kommen natürlich auch viele ganz normale Menschen in die Karlsbar, junge Familien oder die Leute aus dem Haus. Mit dem Floristen an der Ecke hat Baumgartner eine besondere Abmachung: Hähnchenbrust gegen Blumengesteck. „Man kennt sich hier”, sagt Baumgartner. „Es ist fast wie auf dem Dorf.”

Ismaninger Straße 116, Mo. bis Fr. 7.30 – 18 Uhr, www.karlsbar.com, Tel. 23888744

 

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