Kapitän Neuer WM-Prämie: Manu, der Verhandlungsführer

Noch ohne Niederlage in WM-Qualifikationsspielen: Manuel Neuer, Kapitän und Torhüter der deutschen Nationalelf. Foto: dpa

Kapitän Neuer fordert in der WM-Quali zwei Siege – dann will er mit dem DFB-Boss Prämien ausmachen: "Bislang verstehen wir uns gut".

 

Manuel Neuer steht in Kürze vor einer kniffligen Aufgabe – und damit sind nicht unbedingt die WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien (Samstag in Hamburg) und Nordirland (Dienstag in Hannover) gemeint. Als neuer Kapitän der Nationalelf obliegt es dem Torhüter, die Prämien für eine erfolgreiche Quali auszuhandeln. Und wenn man Neuer am Donnerstag so zuhörte, scheint er recht optimistisch in die Gespräche mit DFB-Präsident Reinhard Grindel zu gehen. "Es gab noch keine Verhandlungen", sagte Neuer in Hamburg, "aber bislang verstehen wir uns mit Herrn Grindel gut." Und dann musste der Keeper sogar selbst ein bisschen schmunzeln. Zuletzt gab es vor großen Turnieren vom DFB übrigens 20 000 Euro pro Mann und Spiel.

Wer zweifelt schon daran, dass sich der Weltmeister für das künftige WM-Turnier in Russland qualifiziert? Neuer, der beim Auftakt in Norwegen (3:0) mal wieder ohne Gegentor blieb, jedenfalls nicht. "Es ist unser Ziel, Erster in der Gruppe zu werden. Wir haben jetzt zwei wichtige Spiele, da wollen wir sechs Punkte holen", sagte er: "Auf dem Papier ist Tschechien der stärkste Gegner der Gruppe." Aber keiner, der dem 30-Jährigen Angst macht. Wie auch? In seiner Karriere beim DFB hat Neuer noch kein einziges WM-Quali-Spiel verloren (zehn Siege, ein Remis), sechs Mal spielte er zu Null. Vieles spricht dafür, dass er diese Statistiken gegen den Vize-Europameister von 1996 verbessert. In der Innenverteidigung vor ihm wird das Duo Jérôme Boateng/Mats Hummels erwartet, das seit Hummels’ Wechsel zu den Bayern noch keine Sekunde zusammengespielt hat. Und dann gibt es ja noch Joshua Kimmich.

"Da kann man nur den Hut ziehen."

Der Alleskönner, der Torjäger der vergangenen Wochen, erhielt von Kapitän Neuer jede Menge Lob. "Er versucht, immer zu lernen, er nimmt Kritik und Tipps immer nüchtern an, das zeichnet ihn aus", sagte der Bayern-Torhüter. Kimmich habe außerdem auf höchstem Niveau, in der Champions League und bei der EM, bewiesen, dass er mithalten könne. Neuer: "Da kann man nur den Hut vor seiner Leistung ziehen." Hamburg ist für Kimmich ja sowieso ein gutes Pflaster: Am 5. Spieltag der Bundesliga schoss der Youngster die Bayern zum 1:0-Sieg gegen den HSV. Neuer traut dem 21-Jährigen weitere Torerfolge zu: "Er läuft immer wieder in die Tiefe, das tut uns gut." Im DFB-Dress kann es Kimmich natürlich auch: Beim Auftaktsieg in Norwegen erzielte er sein erstes Länderspieltor.

Auch wegen seines torgefährlichen Bayern-Kollegen sieht Neuer aktuell kein Offensivproblem in der deutschen Mannschaft – trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Mario Gomez und der Schwächephase von Thomas Müller und Mario Götze: "Wir haben viele Spieler, die Tore schießen können. Wir sind sehr flexibel und variabel, auch Abwehrspieler wie Kimmich oder Shkodran Mustafi bei der EM können treffen."

Treffen muss Neuer nicht, nur halten – und verhandeln. Aber auch das ist dem Keeper zuzutrauen.

 

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