Kapitän in Doha Die Frage nach dem Bayern-System - Das sagt Lahm

Heiß begehrt, auch in Doha: Kapitän Philipp Lahm (l.) und Offensiv-Star Thomas Müller. Foto: dpa

Im Trainingslager in Doha spricht Bayern-Kapitän Philipp Lahm unter anderem über seine eigene Mentalität, die Unterschiede zwischen Guardiola und Ancelotti und die beiden Bayern-Systeme.

 

Doha - 497 Pflichtspiele für die Profis des FC Bayern hat Philipp Lahm mittlerweile auf dem Buckel. Seit einigen Jahren führt der 33-Jährige seine Mannschaft als Kapitän auf den Rasen. Aufgeben oder Nachlassen ist für den Außenverteidiger keine Option – sei es im Spiel oder wie gerade im Trainingslager. "Mir ist es sehr wichtig, immer alles zu geben, immer voranzugehen, immer jedes Trainingsspiel gewinnen zu wollen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich sehe das auch als Teil meiner Führungsaufgabe als Kapitän", sagte Lahm Interview mit "fcb.de".

Nach einer Schwächephase mitten in der Hinrunde haben die Bayern in den letzten Spielen wieder zurück in die Spur gefunden. Möglicherweise auch, weil Trainer Carlo Ancelotti immer häufiger das System umgestellt hat. Statt einem 4-3-3- ließ er seine Mannschaft auch immer wieder im altbekannten 4-2-3-1-System auflaufen. Vor allem Thomas Müller kam diese Änderung zugute – auf dem Flügel erlebte der Offensivspieler eine Horror-Hinrunde, als hängende Spitze hinter Robert Lewandowski hat das besser geklappt.

Einen persönlichen System-Favoriten hat Kapitän Lahm nicht. "Gut ist, dass wir verschiedene Systeme spielen können. Wir haben in der Hinrunde teils mit drei zentralen Mittelfeldspielern agiert, teils mit zwei Sechsern und einem Zehner davor, teils auch im 4-4-2. Was besser passt, hängt auch immer ein bisschen vom Gegner und der Charakteristik der Spieler ab, die zum Einsatz kommen." Die Bayern beherrschen beide Systeme, das haben sie in der Vergangenheit gezeigt – augenscheinlich fühlen sie sich mit zwei defensiven statt drei zentralen Mittelfeldspielern allerdings etwas wohler.

"Bei Dortmund sehe ich die größte Qualität in der Mannschaft"

Im Training sehe Lahm keine großen Unterschiede zwischen Ex-Trainer Pep Guardiola (mittlerweile Manchester City) und dem aktuellen Coach Carlo Ancelotti. "Wie zuvor steht der Ball fast immer im Mittelpunkt. Das ist heutzutage auch normal, denke ich." Lahm macht allerdings auch klar, dass sich beide vom Charakter her stark unterscheiden. "Carlo Ancelotti hat aber natürlich seinen eigenen Charakter mitgebracht, wie jeder andere Trainer auch. Daher hat jeder Trainer eine andere Ansprache, der eine ist etwas ruhiger, der andere greift häufiger ins Training ein." Carlo, der Coole gegen Pep, den Hitzigen?

Aktuell sind der Aufsteiger aus Leipzig und die Hauptstädter der Hertha die ärgsten Bayern-Verfolger. Liga-Rival Borussia Dortmund steht während der Winterpause sogar nur auf Platz sechs. Ganz diplomatisch möchte Lahm keine Mannschaft als Favoriten hervorheben. "Bei Dortmund sehe ich die größte Qualität in der Mannschaft, aber sie haben in der Hinrunde einige Punkte liegen gelassen, was auch mich überrascht hat. Dafür hat sich Leipzig oben festgebissen. Aber wir haben noch nicht mal die Hälfte der Saison, es ist noch ein langer Weg. Irgendwann, vielleicht nach den nächsten fünf bis zehn Spielen, wird sich zeigen, wer noch oben dabei ist", so der Kapitän.

Lahms Vertrag läuft 2018 aus – danach könnte er wohl das Amt des Sportdirektors übernehmen. Seit dem Rücktritt von Matthias Sammer ist diese Stelle an der Säbener Straße unbesetzt – die Aufgaben Sammers wurden auf mehrere Schultern verteilt. Frühere Aussagen Lahms ließen sogar darauf schließen, dass der Kapitän schon im Sommer 2017 zurücktritt. Eine endgültige Entscheidung des Weltmeisters steht weiter aus.

 

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