Kann er wieder auf die Bühne? Abi Ofarim wird 80: So geht es ihm tatsächlich

Abi Ofarim im Juni 2016 Foto: dpa

Abi Ofarim kämpft sich zurück ins Leben. Monatelang lag der Sänger im Krankenhaus, es stand schlecht um ihn. Doch mit großem Kampfgeist und der Unterstützung seiner Familie hat er es geschafft. Wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag (er feiert am Donnerstag) kehrte er zurück in seine Wohnung. 

Er ist schmal geworden - sehr dünn sogar. 15 Kilo hat er verloren. Ein Schlauch versorgt ihn mit Sauerstoff. Doch er ist glücklich, denn es war überhaupt nicht selbstverständlich, dass er jemals wieder in seine eigenen vier Wände zurückkommen würde. Auf seiner Couch im Wohnzimmer gibt er ein Interview.

Wie geht es Ihnen?
ABI OFARIM: Mir geht es immer besser, aber es geht sehr langsam voran. Ich war neun Monate lang im Krankenhaus. Was ich mitgemacht habe, war die Hölle. Ich kam mit einer Lungenentzündung in die Klinik, da habe ich eine Influenza bekommen und bin ins Koma gefallen. In der Reha hat man mir versehentlich die Lunge angestochen und einmal wäre ich fast gestorben, weil ich die falschen Tabletten gekriegt habe. Dann bekam ich auch noch eine Herz-OP. Es war schlimm, aber ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe. Ich bin zurück aus der Hölle.

Sie werden Ihren Geburtstag ganz besonders feiern?
Ja. Ich werde 40 stereo. Das ist wie eine Wiedergeburt. Wie ich feiere, weiß ich noch nicht. Meine Jungs planen etwas. Das wird eine Überraschung. Ich freue mich über jeden Tag, an dem ich die Sonne sehe, an dem ich atmen, Leute treffen und meine Pläne verwirklichen kann. Vor einem Monat habe ich mich mit Ach und Krach zu einem Galaabend, unter anderem zugunsten meines Vereins "Kinder von gestern", geschleppt. Jetzt geht es mir immer besser.

Was macht der Verein?
Der Verein richtet sich gegen Alterseinsamkeit und gegen Altersarmut. Wir haben ihn vor mehr als vier Jahren gegründet, seit drei Jahren haben wir in München das erste Jugendzentrum für Senioren eröffnet. Früher habe ich beim Kältebus geholfen und viel Not gesehen - gerade bei alten Menschen. Da wollte ich etwas für Senioren tun. Mir ist es selbst so gut gegangen, ich möchte etwas zurückgeben. Der Verein liegt mir so sehr am Herzen wie die Musik.

Können Sie schon wieder Musik machen?
Musik ist immer noch mein A und O - wie mein Name. Es dauert aber noch etwas, bis ich wieder anfangen kann. Im Krankenhauszimmer habe ich schon gejammt mit meinen Jungs. Ich plane zwei neue Alben, ein Pop- und ein Country-Album.

Sie wollen bald zurück auf die Bühne?
Na klar! Ich gebe noch keine Prognose, ab wann, aber das ist mein Ziel. Ich möchte fit sein, auch äußerlich. Die Leute erwarten das schließlich. Ich will ja kein Mitleid. Ich lerne wieder laufen. Meine Muskeln waren weg, aber ich bin sehr fleißig.

Wenn Sie Ihre lange Karriere Revue passieren lassen: An was denken Sie besonders gerne?
Naja, ich glaube, es gibt nicht viele Musiker, die so viele Goldene Schallplatten haben. 59! Und natürlich an das Treffen mit der englischen Königin. 30 Sekunden obligatorischer Small Talk. Ich war so zu, wie es nur geht, und habe kein Wort verstanden. Nur ihre letzte Frage. "Waren Sie in der Armee?", wollte sie wissen. Da habe ich gesagt: "Ja, Majestät. Und Sie?" Alle haben gelacht, die Königin auch. Das stand dann in allen Zeitungen.

 

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