Kanada Katastrophe in Kanada: Zug geriet ohne Lok ins Rollen

Bei dem verheerenden Zugunglück in Kanada sind die Waggons mit Rohöl nach Medienberichten von allein ins Rollen gekommen.

 

Quebec/New York - Der unbemannte Zug habe auf einem Hügel gestanden und sei ohne Lok außer Kontrolle geraten, berichten die "The Vancouver Sun" und die "Montreal Gazette" unter Berufung auf die Bahnbetreiber. Der Lokführer habe den Zug am Ende seiner Schicht abgestellt und sowohl die Bremsen als auch die Ladung kontrolliert, bevor er in einem Hotel eincheckte.

Auf unerklärliche Weise habe sich der Güterzug mit mehr als 70 Waggons dann aber von seiner Lok abgekoppelt und sei durch sein eigenes Gewicht ins Rollen geraten. Er raste in die Kleinstadt Lac-Mégantic und entgleiste. Wie viele Waggons danach genau explodierten, ist noch nicht bekannt.

Die Zahl der Toten ist auf drei gestiegen. Die Polizei der Provinz Quebec bestätigte am Sonntag, dass nach dem ersten Opfer am Samstag zwei weitere getötete Menschen gefunden wurden. Die Wucht der Detonation und das folgende Großfeuer verwüsteten große Teile der Kleinstadt. Ein Polizeisprecher sagte dem britischen Sender BBC, man befürchte, dass bei der Katastrophe noch mehr Menschen ums Leben gekommen seien. Nach Angaben kanadischer Medien wurden zunächst rund 60 Menschen vermisst.

Die Bahnbetreiber, die Muttergesellschaft Rail World mit Sitz in den USA und ihre Tochter Montreal, Maine and Atlantic Railway, können sich die Unfallursache bisher nicht erklären. Der Zug sei für einen Schichtwechsel abgestellt worden, zitieren Medien die Gesellschaften. Es gebe zahlreiche Sicherungssysteme für Bremsen und Kuppelungen.

Das "Le Journal de Montréal" berichtet von fünf oder sechs Explosionen, die Flammen seien kilometerweit zu sehen gewesen. Viele Menschen seien um ihr Leben gerannt. Mindestens 30 Gebäude in dem Städtchen seien zerstört worden. Eine Facebook-Seite sollte helfen, die Vermissten zu finden.

Der Unfall ereignete sich etwa 250 Kilometer östlich von Montreal. Dem "Journal" zufolge waren fast alle der 73 Waggons in das Unglück verwickelt. Die Explosionen hätten einen großen Brand in der Stadt ausgelöst. Dutzende Gebäude waren betroffen, etwa 1000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen. Bei der Bekämpfung der Flammen halfen auch Feuerwehrleute aus den nahen USA. Dennoch brannte das Feuer den ganzen Tag, mehr als 20 Stunden.

Amateurvideos im Netz zeigen schon zu Beginn des Unglücks mächtige Flammen. Zum Entsetzen des filmenden Augenzeugen kommt es dann zu schweren Explosionen, die Flammen schossen Dutzende Meter in den Nachthimmel. Der Unglücksort wurde weiträumig abgesperrt, die Hitze des riesigen Feuers erschwerte die Löscharbeiten. Ein Teil des Rohöls lief in den See, der dem Städtchen seinen Namen gab.

 

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