Kahlschlag auf der Museumsinsel Baureferat: "Die Stadt muss Hochwasserschutz gewährleisten"

Bagger und Muldenkipper haben auf der Museumsinsel ganze Arbeit geleistet. Foto: Bund Naturschutz

Nach der Schock-Rodung an der Museumsinsel muss sich das Baureferat erklären. Die Behörde ist sich keines Fehlverhaltens bewusst.

Isarvorstadt - Weil zum Jahresbeginn auf der Museumsinsel massiv gerodet wurde, traten Natur- und Tierschützer auf den Plan. Vor allem um den nicht weit entfernt ansässigen Biber machten sich die Aktivisten Sorgen. Aufgrund einer Anfrage aus dem Stadtrat muss das Baureferat nun zu der Aktion Stellung beziehen. Die Antwort: alles im Rahmen.

Der Bund Naturschutz hatte kritisiert, dass das Biotop an der kleinen Isar nahezu zerstört worden sei. "Nie hatte das Baureferat den Stadtrat darüber informiert, dass aus Hochwasserschutzgründen solche massiven Eingriffe in das Biotop an der kleinen Isar notwendig sein könnten,“ schreibt die Fraktion der Grünen an die Behörde.

Offenbar hatte das Baureferat zum Schutz vor Hochwasser für die angrenzenden Wohnquartiere "Unterhaltsmaßnahmen" durchgeführt. Gerade am Flussbett der Isar würden Engstellen eine Gefahr darstellen. "Tatsächlich gab es in jüngerer Zeit immer wieder Hochwasseralarm; Gebäude mussten beinahe mit Sandsäcken gesichert werden," begründet das Baureferat. Im Weidenaufwuchs könnte bei Hochwasser Treibholz hängen bleiben, deshalb müssten die Pflanzen geschnitten werden. Bäume seien bei der aktuellen Rodungsmaßnahme allerdings nicht gefällt worden. Konkret handelte es sich um Weiden und nicht auentypische Gehölze wie Robinien, Hartriegel, Ahorn sowie japanischen Staudenknöterich.

Auch gegen Vorwurf der Zerstörung von Lebensräumen für Fauna wehrt sich das Referat. "Eine positive ökologische Nebenwirkung dieser Unterhaltsmaßnahmen besteht darin, dass die Kiesflächen der Museumsinsel durch die Entfernung der Gehölze und Wurzeln aufgelockert werden, sodass für seltene und gefährdete Flusstiere wertvoller Lebensraum gesichert wird." Auch der Biber sei nicht von den Arbeiten betroffen gewesen. Er lebe nach wie vor in seinem Bau nördlich der Zenneckbrücke.

Darüber hinaus habe das Baureferat nicht mithilfe von "schwerem Gerät" auf der Museumsinsel agiert. Im Uferbereich habe man zwei kleine Kettenbagger und kleine Kipper verwendet.

 

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