Kader beim TSV 1860 Poschners Streichliste: Wer muss die Löwen verlassen?

Löwen-Sportchef Gerhard Poschner. Foto: rauchensteiner/augenklick

Von Vallori bis Tomasov: 1860-Sportchef Gerhard Poschner will den Kader ausmisten – doch viele der Spieler, die er loswerden will, haben noch Verträge. Die AZ zeigt, wer die Löwen alles verlassen soll.

 

München - Jetzt gilt’s für Gerhard Poschner. Die Zweitliga-Saison ist für den TSV 1860 beendet, ab Samstag dürfen die Profis in den Urlaub. Geht es nach dem neuen Sportchef der Löwen, wird nach der Sommerpause nur noch ein Teil der jetzigen Mannschaft zum Trainingsauftakt am 23. Juni erscheinen.

Poschner plant den Umbruch, will bei den Löwen eine neue Spielphilosophie manifestieren und dafür kräftig ausmisten. „Die Schlüsselpositionen sind momentan so nicht besetzt“, sagte der 44-Jährige kürzlich im AZ-Interview – und hat deshalb eine Streichliste angelegt, mit Spielern, die den TSV 1860 möglichst bald verlassen sollen. Die Abgänge der Topverdiener und Routiniers Benny Lauth und Daniel Bierofka steht bereits fest. Viele weitere sollen folgen. „Ich werde mit den betreffenden Spielern ganz offen, direkt und ehrlich über die Situation sprechen“, sagt Poschner.

Der sportliche Leiter der Löwen weiß aber auch um die vertrackte Situation, dass fast keine Verträge auslaufen, Spieler also abgefunden werden müssten oder ein Abnehmer her muss: „Ich werde keine Verträge brechen. Ich kann keinem vorschreiben, den Klub zu verlassen, es liegt an jedem selbst, was er aus seiner Karriere macht.“

Die AZ analysiert, wer auf der Streichliste von Poschner ganz oben stehen könnte.

Guillermo Vallori: Noch ist der Spanier Kapitän der Löwen. Klar ist aber: Vallori soll sich einen neuen Verein suchen. Dafür gibt es aus Sicht von Poschner gute Gründe. Vallori (Vertrag bis 2015) gehört zu den Topverdienern, ist mit 32 nicht mehr der Jüngste, hat in dieser Saison alles andere als überzeugt und würde trotzdem noch ein bisschen Ablöse in die leeren Kassen spülen. Vallori, der zudem nur wenige Freunde in der Mannschaft hat, kam in den letzten vier Spielen dieser Saison gar nicht mehr zum Einsatz.

Markus Steinhöfer: Er war der Wunschspieler von Friedhelm Funkel in der Winterpause, gilt als guter Freund des mittlerweile geschassten Trainers und sollte bei den Löwen auf der rechten Seite für Schwung sorgen. Das gelang dem 28-Jährigen (Vertrag bis 2015) nur sporadisch und wenn dann nur als Rechtsverteidiger. So richtig angekommen ist Steinhöfer, der schon bei Betis Sevilla keine Rolle mehr spielte, nie. Spielte seit dem Dresden-Debakel Mitte April nur noch 57 Minuten.

Moritz Volz: Das Tempo vergangener Tage fehlt dem einstigen Jugendnationalspieler schon länger. Mitunter gefiel der frühere England-Legionär (Vertrag bis 2015) zwar als resoluter Zweikämpfer, von der angedachten neuen Spielphilosophie bei den Löwen ist Volz aber so weit entfernt wie vom deutschen WM-Kader für Brasilien. Auch der 31-Jährige soll sich einen neuen Verein suchen, dürfte aber nur schwer zu vermitteln sein. Immerhin ist auch der Außenverteidiger ein Großverdiener.

Marin Tomasov: Der Kroate träumte mal von der WM. Was ohnehin unrealistisch schien, platzte spätestens, als Funkel ihn im Februar aussortierte. Zwar holten ihn Poschner und Markus von Ahlen zurück zu den Profis. Dennoch soll der teure und zweikampfschwache Mittelfeldspieler lieber heute als morgen den Verein verlassen. Mit der Begnadigung sollte letztlich nur erreicht werden, dass die Konkurrenz wieder auf Tomasov aufmerksam wird.

Stephan Hain: Auf gerade einmal zwölf Spieler bringt es der Angreifer seit seinem Wechsel vom FC Augsburg zu den Löwen. Nach einem guten Auftritt oder gar einem Tor sucht man bei Hain vergeblich. Auch wenn bei den Löwen akute Stürmer-Not herrscht, ist klar: Hain soll wechseln.

Andreas Ludwig: Ein Missverständnis. Als Leihspieler aus Hoffenheim im Winter gekommen, ist die Zeit von Ludwig schon wieder vorbei. Weil der Vertrag im Juni endet, ist der Abgang beschlossene Sache.

Stefan Wannenwetsch: Das Eigengewächs der Löwen spielt diese Saison keine Rolle, darf – wenn überhaupt – nur bleiben, um den Kader zu füllen.

 

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