"Junior-Kapitän" beim Weltmeister Joshua Kimmich: Löws Anführer der Zukunft

Seit der EM 2016 im Nationalteam unverzichtbar: Bayerns Nationalspieler Joshua Kimmich. Foto: dpa

Bayerns Joshua Kimmich ist ein echter Fixpunkt beim Weltmeister. "Mein Anspruch ist es, als Leistungsträger zur WM zu gehen."

Eppan - Wer wissen will, wie es um den Ehrgeiz von Joshua Kimmich bestellt ist, muss auf dem Trainingsplatz in Eppan nur genauer hinschauen. Der Rechtsverteidiger vom FC Bayern rast die Seite entlang, als gehe es schon um den WM-Pokal, er gibt keinen Ball verloren. Kimmich hat vor niemandem Angst, nicht mal vor einem Abwehrriesen wie Antonio Rüdiger: In einem Trainingsspiel lieferten sich Kimmich und Rüdiger ein hartes Duell, standen Stirn an Stirn. Zurückziehen? Keine Option für den 23-Jährigen!

"Wenn jeder gewinnen möchte, geht's auch mal zur Sache" , kommentiert Kimmich die Szene im "Kicker". Ein typischer Satz für ihn. Unerschrocken und mit mächtig Selbstvertrauen ausgestattet, hat sich Kimmich innerhalb von zwei Jahren unverzichtbar gemacht im Nationalteam. Bei der EM 2016 traute Bundestrainer Joachim Löw dem Youngster die Position rechts hinten in der Viererkette an. Seitdem ist Kimmich gesetzt.

Als Nachfolger von Lahm spielte Kimmich eine brillante Saison

"Mein Anspruch ist es, als Leistungsträger in die WM zu gehen ", sagt Kimmich. Er sehe sich selbst als "Stammspieler. Ich habe fast alle Spiele gemacht und das Vertrauen auch durch Leistung gerechtfertigt." Löw ist der gleichen Meinung, er hält den Abwehrmann für einen der belastbarsten Spieler im Kader. Mit Blick auf die WM 2022 soll Kimmich einer seiner Leader werden. Doch eigentlich ist Kimmich das schon, eine Art Junior-Kapitän beim Weltmeister, der exemplarisch für die neue Generation steht, zu der auch Niklas Süle (22), Timo Werner (22) und Leon Goretzka (23) gehören.

"Wenn ich auf dem Platz etwas zu sagen habe oder mir etwas auffällt, dann sage ich das auch" , erklärt Kimmich. So äußern sich Anführer. Auch beim FC Bayern wächst Kimmich immer mehr in diese Rolle hinein. Als Nachfolger von Philipp Lahm spielte er eine brillante Saison, mit sechs Toren und 17 Vorlagen war er der torgefährlichste Abwehrspieler Europas. Trainer Jupp Heynckes merkte an, dass er sich Kimmich irgendwann als Bayern-Kapitän vorstellen könne. Lob von allen Seiten.

WM-Titel als Trostpflaster für CL-Aus?

Kimmichs Geheimnis ist sein besonderer Ehrgeiz. "Gemessen an dem, was für uns drin war, war die Saison enttäuschend", sagt er mit ein bisschen Abstand über die Spielzeit bei Bayern, die "nur" mit der Meisterschaft endete. Die WM sehe er nun als Gelegenheit, doch noch eine "absolute Highlight-Saison" daraus zu machen. Mit dem Titelgewinn, versteht sich.

Und dann? Laut Kimmich wird es nur im Falle des WM-Triumphs zu einem Umbruch im Team kommen: "Dann sagt sich vielleicht der eine oder andere: Mehr geht nicht." Für ihn selbst gilt das natürlich nicht. Kimmich ist Löws Anführer der Zukunft.

 
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