Junglöwen starten durch Wittek, Weigl, Wolf - WWW.TSV1860

Die junge Löwen-Garde: Maximilian Wittek, Julian Weigl und Marius Wolf Foto: sampics/augenklick

Mit den drei W – Wittek, Weigl, Wolf – setzen die Löwen auf die Jugend, auf ihre Eigengewächse. „Wir werden diese Entwicklung weiter forcieren“, sagt 1860-Sportchef Gerhard Poschner

 

MÜNCHEN -  Als das Internet, das World Wide Web (www), erfunden wurde, waren sie noch gar nicht auf der Welt. Jetzt verwandeln sie den TSV 1860 in ihre Spielwiese, in ihren Wild Wild West: Ju Weigl, Maxi Wittek und Marius Wolf.

Drei Eigengewächse, alle 1995 geboren, alle 19 Jahre alt – und alle beim 3:0-Sieg in Bochum in der Startelf, da betrug das Durchschnittsalter der Löwen insgesamt nur 23,7 Jahre. Weigl, Wittek, Wolf. WWW. Sie stehen für den Dreiklang, den sich die 1860--Fans seit Jahren wünschen: Nachwuchsarbeit. Identifikation. Leistungsträger – www.junglöwen.de.

„Gegen Bochum standen vier Eigengewächse in der Startelf“, sagte Trainer Markus von Ahlen und meinte damit nicht nur WWW, sondern auch Kapitän Chris Schindler. „Das zeigt, dass wir unserem Weg, junge Spieler einzubauen, gefolgt sind.“

Das ist nur die halbe Wahrheit. Ja, seit von Ahlen die Leitung übernommen hat, sind gerade Wittek und Wolf wieder näher an die Profis herangerückt und Weigl wieder Stammspieler geworden. Diesen Weg sind die Löwen aber mitnichten konsequent gefolgt.

Beispiel Weigl: Erst wurde er als 18-Jähriger zum Kapitän gemacht, dann für einen Fehler bestraft und degradiert. Dass der U20-Nationalspieler noch nicht reif genug ist, kann ihm niemand vorwerfen. Samthandschuhe sind deswegen zwar nicht nötig, Fingerspitzengefühl schon.

Das ließen die Löwen-Bosse vermissen. Jetzt haben sie ihn wieder hinbekommen. Mit Geduld, Ruhe, Vertrauen. Weigl beginnt es zurückzuzahlen, weil er zu verstehen beginnt, was von ihm erwartet wird. Und erwartet werden kann.

Weigls Wunder-Waffen: Taktisches Verständnis, Übersicht, Umschaltspiel.

Beispiel Wittek: In der Vorbereitung war der flinke Linksfuß oben auf, war ganz nah an einem Stammplatz. Ex-Coach Ricardo Moniz förderte ihn, machte ihm Hoffnungen – und ließ ihn zu Saisonbeginn doch fallen. Der kleine Linksverteidiger brauchte fast drei Monate, um sich wieder für die Profis zu empfehlen.

Nun ist er zurück, hat die Leichtigkeit aus dem Sommer wiedergefunden.

Witteks Wunder-Waffen: Aggressivität, Schnelligkeit, Flankenläufe.

Beispiel Wolf: Schon zu Saisonbeginn war klar, dass der lange Schlacks (1,87 Meter) irgendwann seine Chance bekommen würde. Nur wann? Mit Rama und Rodri kamen zwei Konkurrenten auf seiner Position hinzu. Auch Adlung, Wood und Claasen standen ihm im Weg.

Erst, als Rodri ausfiel, Wood aussortiert und Adlung ins Mittelfeld zurückgezogen wurde, schlug seine Stunde. „Er hat mit seiner Zielstrebigkeit auf sich aufmerksam gemacht und sich seine Chance verdient“, lobt von Ahlen.

Wolfs Wunder-Waffen: Pferdelunge, Dynamik, Torinstinkt.

Weigl, Wittek und Wolf – sie haben gezeigt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. WWW. Ihre Entwicklung ist ein wichtiges Signal. Nicht nur, weil mit dem vierten Eigengewächs, Kapitän Schindler (24), sowie Ortega (21), Angha (20) und Sanchez (23) weitere junge Spieler Stammplätze innehaben.

Sondern auch, weil bereits die nächsten Talente nachrücken.

Zuletzt trainierten auch Korbinian Vollmann (21), Richard Neudecker (18) und Emanuel Taffertshofer (19) mit den Profis. Alle drei gelten als heiße Kandidaten für baldige Profi-Einsätze. Insbesondere, sollte es Sportchef Gerhard Poschner im Winter schaffen, den Profi-Kader wie vorgesehen zu verkleinern.

Es wäre ein klares Zeichen, dass die Löwen es ernst meinen auf ihrem Weg hin zu mehr Jugend, mehr Eigengewächsen. Poschner: „Wir werden die Entwicklung weiter forcieren.“

Damit das Löwen-WWW nicht die letzte Erfindung an der Grünwalder Straße bleibt.

 

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