Jonah Hill Von der dicken Komödien-Nebenfigur zum gewichtigen Filmemacher

Dick im Geschäft: Jonah Hill Foto: Evan Agostini/Invision/AP

Für viele Kino-Fans kam Jonah Hill mit seiner großartigen Darstellung in "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" wie aus dem Nichts. Zuvor war sein Gesicht lediglich eingefleischten Komödien-Fans bekannt. Mit "The Wolf of Wall Street" heimste er nun bereits seine zweite Oscar-Nominierung ein und geht zusammen mit seinem Co-Star Leonardo DiCaprio demnächst sogar unter die Produzenten. Wir stellen Hollywoods Überflieger vor.

 

Los Angeles - "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" aus dem Jahr 2011 war ein klassisches Brad-Pitt-Vehikel - doch ein anderer stahl ihm die Show. Ausgerechnet der übergewichtige Jonah Hill (30) als unscheinbarer, jedoch blitzgescheiter Mathe-Nerd wurde heimlicher Star des Films und heimste dafür sogar eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller ein. Viele Kino-Fans fragten sich damals, wo dieser pummelige Schauspieler so plötzlich herkam.

Dass er Schauspieler werden will, wusste Jonah Hill schon im Kindesalter. Mit einer Kostümbildnerin zur Mutter und einem Vater, der lange Zeit Tourmanager für die legendäre Rock-Band Guns N'Roses war, wurde ihm das Showbusiness quasi in die Wiege gelegt. Während seiner College-Zeit in New York schaffte er es, sich über dessen Töchter mit Dustin Hoffman bekannt zu machen, und ergatterte promt eine Rolle in dem Film "I Heart Huckabees". Das öffnete ihm die Tür für eine kleine Rolle in Judd Apatows "Jungfrau (40), männlich, sucht..." - und schon war Hill in den magischen Kosmos von Apatows Freundeskreis eingetaucht, der erfolgreiche Comedy-Stars wie Jason Segel, Steve Carell und Seth Rogen einschließt.

Von da an war Jonah Hills Gesicht zumindest Komödien-Fans bekannt, denn in gefühlt jedem Film des Apatow-Clans war Hill zu sehen. Ob Jason Segel ein Drehbuch schrieb wie bei "Nie wieder Sex mit der Ex" oder Steve Carell sich mit "Evan Allmächtig" an Komödien-Fortsetzungen versuchte - immer war Jonah Hill in kleinen Rollen mit von der Partie. Auch in den weiteren Regiearbeiten Apatows, von "Beim ersten Mal" bis "Wie das Leben so spielt" fehlte Hill nie.

Der große Durchbruch blieb dennoch aus. Das lag wohl nicht zuletzt an Hills Gewicht. Saftige Rollen für übergewichtige Schauspieler sind in Hollywood mehr als rar. Für die Figur des Peter Brand in "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" war er allerdings wie geschaffen, und dank einer großartigen Darbietung war der Durchbruch endlich gelungen. Die Nominierung für den Oscar war ein Weckruf für Hill. "Diese Art der Anerkennung zu bekommen, bedeutet für mich, dass ich mehr Dramas machen sollte. Ein deutlicheres Zeichen kann es doch gar nicht geben", sagte Hill der US-Zeitschrift "Vulture".

Vom Ehrgeiz gepackt, speckte Hill rund 20 Kilo ab. In "21 Jump Street" stand er neben Frauenliebling Channing Tatum vor der Kamera und konnte damit seinen ersten Action-Blockbuster verbuchen. Es folgten Nebenrollen in Quentin Tarantinos "Django Unchained" und Martin Scorseses "The Wolf of Wall Street", für den Hill seine zweite Oscar-Nominierung ergatterte.

Vereinzelt wurden Stimmen laut, dass neben der Karriere auch Hills Ego ein wenig abheben würde. Nachrichten über seine Trennung von Langzeitfreundin Jordan Klein kurz nach dem Erfolg mit "Moneyball" oder seine vorübergehende Unterkunft im Haus von Kumpel Brad Pitt haftete ein Geschmack von Höhenflug an. Den hätte sich Hill angesichts seines Aufstiegs von der mopsigen Komödien-Randfigur zum anerkannten Hollywood-Schauspieler auch verdient. Demnächst geht er übrigens auch unter die Filmemacher: Zusammen mit seinem "The Wolf of Wall Street"-Kollegen Leonardo DiCaprio hat er ein neues Projekt in Planung, das die beiden auch produzieren wollen. Ein Ende des Höhenflugs ist also nicht in Sicht.

 

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