Jeden ersten Mittwoch NPD tagt in der Boazn

Die "Fellstuben" in der Sedlmayrstraße 28. In einem Nebenraum haben sich dort regelmäßig NPD-Mitglieder getroffen. Foto: Gregor Feindt

In der Gaststätte "Fellstuben" treffen sich Mitglieder der NPD. Vermieter und Stadtteilpolitiker ziehen Konsequenzen.

 

Neuhausen - Mit Argwohn beobachten Anwohner, was sich seit mehreren Wochen in der Gaststätte „Fellstuben“ in der Sedlmayrstraße 28 abspielt. Dort trifft sich – immer am ersten Mittwoch im Monat – mehr als ein Dutzend NPD-Mitglieder im Nebenraum.

Das hat die Wirtin Sylvia Hartmannsgruber der AZ bestätigt. „Ja, das ist die NPD, die sich hier in der Gaststätte regelmäßig getroffen hat“, räumt die 54-Jährige ein.

Bis zu 30, 35 Anhänger hätten sich dann versammelt. „Für mich waren das ein paar hundert Euro Umsatz.“

Doch die Neonazi-Treffen in den „Fellstuben“ sollen künftig unterbunden werden. „Die NPD darf sich bei mir nicht mehr treffen“, sagte die Wirtin am Mittwoch der AZ. Sie habe „mit den entsprechenden Leuten“ gesprochen und ihnen „die Situation erklärt“.

Der Vermieter und der Bezirksausschuss hätten sie unter Druck gesetzt, klagt die Wirtin, die die „Fellstuben“ seit 29 Jahren betreibt. „Ich hatte Angst, dass ich gekündigt werde.“

Die Eisenbahner-Baugenossenschaft München-Hauptbahnhof, die die Räume vermietet, bezieht eine klare Position: Die NPD-Treffen werde man auf keinen Fall dulden, sagt dort ein Mitarbeiter. Man habe die Wirtin gebeten, das zu unterlassen.

Ein Konzert zur „Neuhauser Musiknacht“ in den „Fellstuben“ wurde zuvor abgesagt, sie wird von der Agentur "Bang Bang! Concerts"  veranstaltet. 

Dort sagt Niko Strnad, es gehe nicht um die Wirtin als Person, und auch nicht generell um die Gaststätte, die es in Neuhausen "schon sehr lange" gibt. "Sondern darum, dass wir uns als Veranstalter ganz deutlich von rechtsextremen Gruppierungen distanzieren. Und von Orten, wo dieses Gedankengut geduldet wird."

Auch der Bezirksausschuss setzt ein Zeichen: Früher tagte in den „Fellstuben“ der Unterausschuss Soziales – „solange sich die NPD dort trifft, ist das unmöglich“, sagt BA-Chefin Ingeborg Staudenmeyer (SPD). Sie habe mit der Wirtin gesprochen. In einer Mail habe ihr daraufhin ein Mann „mit Konsequenzen“ gedroht.

 

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