Japan Auf der Suche nach 15.000 Leichen

Makabre Aufgabe: Japanische Soldaten suchen in den Trümmern nach Leichen. Foto: dpa

Ein gespenstisches Szenario: Sie tragen weiße Strahlenschutzanzüge, Helme, Gesichtsmasken, Schutzbrillen, Handschuhe und hohe Stiefel. So suchen 22.000 japanische Soldaten in der Katastrophenregion nach Opfern.

Tokio - 15.000 Menschen werden in den Trümmern, die das Erdbeben und der Tsunami hinterlassen haben, noch vermisst. Von der großen Suchaktion – an der auch 90 Flugzeuge und zahlreiche Taucher entlang der Pazifikküste beteiligt sind – ist die erweiterte 30-Kilometer-Zone rund um das Atom-Wrack Fukushima ausgenommen, die jetzt weitgehend evakuiert ist.

Allerdings kehrten am Wochenende frühere Bewohner der Todeszone vorübergehend in ihre Gemeinden zurück. Sie wollten nach persönlichen Habseligkeiten suchen und sich ein Bild vom Zustand ihrer Wohnorte machen.

Sie werden diese möglicherweise nie wieder betreten können – so verseucht ist auf Jahre hinaus die Region. Japans Ministerpräsident Naoto Kan reiste am Samstag in das Unglücksgebiet und sagte den Opfern Unterstützung zu. Mindestens 150000 Menschen hausen noch in Turn- und Fabrikhallen. 70000 Notwohnungen sollen jetzt, mehr als vier Wochen nach der Katastrophe, errichtet werden.

In Fukushima selbst ging der Kampf gegen den immer noch drohenden Super-GAU unterdessen weiter. Alle vier zerstörten Reaktorblöcke müssen weiterhin mit Tonnen von Wasser täglich von außen gekühlt werden. Die Wassermassen können allerdings kaum noch entsorgt werden. Die hoch radioaktiv belastete Flüssigkeit soll baldmöglichst in eine Entsorgungsanlage gebracht werden. Wie dies geschehen soll und ob die Entsorgung solcher Mengen überhaupt möglich ist, ist fraglich.

Ebenso fraglich ist, ob mit der Errichtung von sieben riesigen Stahlplatten die weitere radioaktive Verseuchung des Meerwasser verhindert werden kann.

 

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