Italien Betrug mit gefälschter Bio-Ware

Von wegen Bio: Auch falsch deklariertes Obst landete in den Auslagen. Foto: Martha Schlüter

Italienische Kriminelle machten ihren Reibach mit vermeintlichen Bio-Produkten. Die Ware wurde auch nach Deutschland geliefert

 

MÜNCHEN Nicht überall wo Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein: In Italien ist nun eine Bande aufgeflogen, die konventionelle Lebensmittel als Bio getarnt und verkauft hat. Sie machten aus dem Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher einen Millionengewinn: Laut italienischer Polizei wurden sieben Verdächtige in verschiedenen Städten verhaftet, auch die Chefs der Lebensmittelkonzerne Sunny Land, Sona und Bioecoitalie wurden festgenommen.

Wie mehrere Medien berichten, ist unter den Verhafteten auch der Direktor der zuständigen Zertifizierungsstelle. Seit vier Jahren sollen sie mehr als 700000 Tonnen Lebensmittel fälschlicherweise als Bio-Lebensmittel deklariert und exportiert haben. Allein am Dienstag beschlagnahmte die italienische Polizei in Verona 2500 Tonnen. Über Tarnfirmen sollen die Betrüger die Lebensmittel in Italien und Rumänien gekauft haben.

Mit gefälschten Dokumenten wurden die herkömmlichen Waren dann als „biologisch“ abgestempelt und für höhere Preise nach Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Spanien, Belgien, Frankreich, Ungarn und der Schweiz verkauft. Der Wert der Fake-Produkte: 220 Millionen Euro. Bei der beschlagnahmten Ware handelt es sich um Weizen, Sojabohnen, Mehl und Obst. Nach Angaben der Polizei sind die Lebensmittel nicht gesundheitsgefährlich - sondern einfach nur viel zu teuer.

Kann so ein Schwindel auch in Deutschland passieren? „Es ist nie ganz ausgeschlossen, aber eigentlich kann sich der Verbraucher auf die Bio-Siegel verlassen“, sagt Gabriela Tremp von der Verbraucherzentrale Bayern. In der Europäischen Union ist das EU-Bio-Logo für ökologische Produkte verpflichtend. Das Problem aber ist: In jedem Land gibt es eigene Kontrollstellen, bei der Einfuhr nach Deutschland werden dann die Papiere der ausländischen Waren kontrolliert und lediglich Stichproben genommen. „Es muss jetzt genau überprüft werden, wo der Fehler genau lag“, so Tremp.

Bio-Produkte, die aus Deutschland stammen, tragen das staatliche Bio-Siegel. Darüber hinaus gibt es noch 100 Öko-Marken und Warenzeichen. Weitere Informationen finden Sie unter www.alles-oeko.net. 

 

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