Italien Amanda Knox freigesprochen

Nach ihrem Freispruch hat die Amerikanerin Amanda Knox ihren Unterstützern gedankt: "Viele haben meinen Schmerz geteilt und haben mir geholfen, hoffnungsvoll zu überleben". 

 

Rom/London - So schrieb die 24-Jährige in einem öffentlichen Brief.

"Ich werde immer dankbar sein: Allen, die mir geschrieben haben, allen, die mich verteidigt haben, allen, die für mich gebetet haben. Ich habe Euch lieb, Amanda", heißt es in dem Brief.

Italienischen Medienberichten zufolge wollte Knox, die als "Engel mit den Eisaugen" bekanntwurde, Italien noch am Dienstag verlassen. Sie werde mit ihrer Familie gegen 11.00 Uhr einen Flug nach London nehmen, um nach Seattle weiterzureisen, hieß es.

Ein Geschworenengericht in Perugia hatte Knox am Montagabend freigesprochen. Sie war 2009 wegen Mordes an der britischen Studentin Meredith Kercher zu 26 Jahren Haft verurteilt worden. Auch ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito, der damals mitverurteilt wurde, kam frei. Der Verteidigung war es gelungen, Lücken und Widersprüche bei den Ermittlungen aufzudecken und die wichtigsten Indizienbeweise zu entkräften.

Die Staatsanwälte Giuliano Mignini und Manuela Comodi kündigten an, Berufung einlegen zu wollen. Es bleibt ihnen das Kassationsgericht in Rom als dritte und letzte Instanz.

Die Familie des Opfers reagierte geschockt auf das Urteil. Vater John Kercher sagte, es sei nicht zu verstehen: "Meredith' Körper wies 47 Wunden auf. Zwei Messer wurden benutzt. Eine einzige Person konnte das nicht anrichten. Wie konnten sie das ignorieren?"

Für Beihilfe am Mord an Meredith sitzt weiter der Ivorer Rudy Guede im Gefängnis. Er wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt. Wem er geholfen hat, ist nach dem Urteil wieder völlig offen.

 

0 Kommentare