Israelisches Konsulat zieht um Ein Ort mit Geschichte

Der israelische Künstler Jeremy Langford gestaltete die bunte Säule, auf der Errungenschaften israelischer Künstler abgebildet sind. Foto: Carolin Fröhlich

Nach vier Jahren zieht das israelische Konsulat um – mitten ins ehemalige Nazi-Viertel.

 

München – Versteckt und doch mittendrin befindet sich das neue israelische Generalkonsulat in der Barer Straße Ecke Karolinenplatz, das gestern präsentiert wurde – mitten in der Maxvorstadt, die von den Nazis einst zum NSDAP-Viertel gemacht worden war. Erst seit 2011 gibt es das Generalkonsulat des Staates Israel in München. Nach vier Jahren in einem provisorischen Gebäude in der Brienner Straße 19 wurde gestern das neue Gebäude am Karolinenplatz festlich eingeweiht.

Kurz nach 15 Uhr treten Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), die Vizeaußenministerin Israels Tzipi Hotovely, Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen Beate Merk (CSU), Generalkonsul Dan Shaham und der Botschafter des Staates Israel Yakov-Hadas Handelsman hinter das nachtblaue Eröffnungsband. Zuvor haben sie einen offiziellen Festakt in der Hochschule für Musik und Theater besucht – die vor 70 Jahren der sogenannte Führerbunker war und den Krieg beinahe unversehrt überstand.

Hinter ihnen ragt das neue Bürogebäude in die Höhe, in dessen zweiten Stock sich in ein paar Monaten das israelische Konsulat befinden wird. Zwar sind bereits alle Räume fertig, es fehlen aber noch Kleinigkeiten wie Türen oder Bodenbeläge.

Insgesamt 17 Mitarbeiter werden sich mit dem Schwerpunkt auf Bildung und Wirtschaft auch um das Beantragen von gültigen Visa kümmern. Das „Tradecenter“ oder Handelszentrum im ersten Stock unterstützt zukünftig deutsche Firmen, die in Israel expandieren wollen – oder umgekehrt.

Fast synchron zerschneiden fünf Scheren das Band. Damit ist das neue Generalkonsulat eingeweiht. Die Männer werden gebeten, eine Kippa aufzusetzen, denn es folgt ein israelischer Brauch, der das neue Haus schützen soll. Horst Seehofer zieht eine dunkelblaue Kippa aus seiner Hosentasche. Rabbi Israel Diskin löst sich aus der Menge und heftet ein kleines blaues Röhrchen – eine Mesusa – an die Wand neben der Eingangstür. Darin befindet sich ein Segensspruch aus der Tora.

Nach einem Rundgang durch die neuen Büroräume lobt Horst Seehofer einmal mehr die Freundschaft zwischen Israel und Deutschland: „Freundschaft bedeutet, dass nichts gekünstelt ist. Diese Freundschaft wird gelebt.“

Die neue Lage des Konsulats sei für ihn ein mutiger und positiver Schritt in Richtung Zukunft: „In einer Umgebung von Gebäuden, die Vergangenheit bedeuten, setzt das Generalkonsulat jetzt Gegenwart und Zukunft entgegen. Hier zeigt der israelische Staat eine Flagge der Versöhnung.“

 

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