Isarcard60 Rentnerticket soll nur noch für echte Rentner gelten

Noch gibt’s die Karte ab 60 Jahren. Das könnte sich mit der Tarifreform ändern. Foto: Tobias Hase/dpa/MVV

Bei der anstehenden Tarifreform soll auch der Bezug günstiger Tickets neu geregelt werden – unter anderem soll die Isarcard60 an den Renteneintritt gekoppelt werden.

 

München – Der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) werkelt derzeit fleißig an einer großen Tarifreform. Diese soll nicht nur die schwer durchschaubare Aufteilung des Netzes in Ringe und Räume vereinfachen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 soll es dann auch einige Änderungen bei den Fahrkarten geben.

Noch ist nichts entschieden. Beim MVV stehen noch viele Gesprächsrunden aus. Seit Mittwoch ist nun aber klar, wie es mit den Senioren- und Jugendtickets weitergehen könnte. Beim Seniorenticket würde der MVV die Altersgrenze gerne auf 65 anheben. Dafür soll die Sperre wegfallen, dass das Ticket erst nach 9 Uhr gültig ist. Im Stadtrat hält man diese Lösung allerdings nicht für zielführend.

Dass das Mindestalter nicht bei 60 bleiben könne, sei klar, sagt Johann Sauerer, verkehrspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. Das Renteneintrittalter liege mittlerweile bei 67. Deswegen müsse man dringend eine neue Regelung finden.

"Das Seniorenticket soll auch tatsächlich nur für Senioren gelten", sagt auch Simone Burger von der SPD-Fraktion. Die rot-schwarze Rathaus-Koalition hat am Mittwoch deshalb einen gemeinsamen Beschluss gefasst.

"Das soll kein Bürokratie-Monster werden"

Für das Seniorenticket soll es künftig keine feste Altersgrenze mehr geben, stattdessen soll es an den Renteneintritt gekoppelt werden. Wie Studenten beim Semesterticket müssten Senioren also bei der MVV einmalig nachweisen, dass sie berechtigt sind, die entsprechende Fahrkarte zu lösen – entweder mit ihrem Rentenbescheid oder einem anderen Nachweis, dass sie keine regelmäßigen Einkünfte mehr haben.

Was ziemlich bürokratisch klingt, soll letztlich sogar helfen, die Verwaltung zu vereinfachen. "Das soll kein Bürokratie-Monster werden", sagt Burger. Der MVV müsse Unterlagen nicht in aller Tiefe prüfen. "Das macht nichts, wenn da auch mal jemand durchrutscht", so Burger. Beim MVV ist man vom drohenden Mehraufwand trotzdem nicht begeistert.

Da werde es noch viel Feinarbeit brauchen, sagt auch Sauerer. Bei der Reform die Regeln gerechter zu machen und doch nicht zu bürokratisch: "Das wird ein Ritt auf der Rasierklinge", so der CSU-Stadtrat.

Auch beim Jugendticket haben SPD und CSU am Mittwoch ein gemeinsames Ziel formuliert. So sollen die beiden jetzt noch gültigen Ausbildungstarife zu einem einheitlichen Ticket zusammengefasst werden. In der jetzigen Form sei das "doch eher unattraktiv", sagt Burger.

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