IS verliert wichtige Stützpunkte Kurden rücken auf IS-Hochburg Al-Rakka vor

Die kurdischen Einheiten erobern weiter wichtige Stützpunkte des Islamischen Staates. (Archivbild) Foto: dpa

Erst vor einer Woche eroberten kurdische Volksschutzeinheiten die Grenzstadt Tel Abjad von der IS-Terrormiliz. Jetzt erleiden die Extremisten im Norden Syrien die nächste schmerzliche Niederlage.

 

Al-Rakka - Kurdische Einheiten sind bis auf 50 Kilometer an die wichtigste Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien herangerückt. Die Kurden hätten nördlich der Stadt Al-Rakka den Ort Ain Issa sowie eine Militärbasis von den Extremisten erobert, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Damit verliert der IS eine weitere wichtige Nachschubroute in die Türkei, über die auch ausländische Kämpfer zu den Extremisten stoßen konnten.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) die syrische-türkische Grenzstadt Tell Abjad vom IS eingenommen und den Extremisten eine schwere Niederlage beigebracht. Die Terrormiliz verlor damit die Kontrolle über einen großen Teil der Grenze. Unterstützt werden die Kurden bei ihrem Vormarsch von Luftangriffen der internationalen Koalition.

Der IS befindet sich "in einem Schockzustand", sagte YPG-Sprecher Redur Chalil der Deutsche Presse-Agentur. Die Reihen der Extremisten seien nach dem Verlust Tell Abjads und anderen Niederlagen teilweise zusammengebrochen. Der IS beherrscht im Norden und Osten Syriens jedoch noch immer riesige Gebiete.

Die UN beklagen zugleich, alle Konfliktparteien setzten im Bürgerkrieg das Aushungern als Kampfmethode ein. Die Belagerung des palästinensischen Flüchtlingslagers Jarmuk durch die syrische Armee habe dazu geführt, dass Menschen an Hunger und mangelnder medizinischer Versorgung gestorben seien, geht aus dem aktuellen UN-Untersuchungsbericht zu Syrien hervor. 40 Prozent der Kinder im Lager, in dem 16 000 Menschen leben, litten unter Mangelernährung.

Syriens Wirtschaft erlitt seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor mehr als vier Jahren einen dramatischen Einbruch. Die Wirtschaftskraft des Landes sei laut Schätzungen seit 2011 um mehr als 60 Prozent geschrumpft, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der britischen Denkfabrik Chatham House.

Besonders stark betroffen von dem Einbruch ist demnach der Ölsektor, eine Folge der internationalen Sanktionen gegen Syrien. Ein großer Teil der Ölvorräte wird zudem vom IS beherrscht. Weiter heißt, die Inflation habe zuletzt durchschnittlich bei 51 Prozent gelegen.

 

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