IS-Chef bei Bombenangriff getötet? Irakische Luftwaffe greift Abu Bakr al-Baghdadi an

Dieser Screenshot aus einem IS-Video zeigt angeblich Abu Bakr al-Baghdadi, den Chef der Terror-Miliz. Foto: dpa

Die irakische Luftwaffe hat angeblich einen Konvoi angegriffen, in dem sich auch Abu Bakr al-Baghdadi, der Chef der Terror-Miliz IS befunden haben soll. Das vermeldet das irakische Verteidigungsministerium. Ob der selbsternannte Kalif al-Baghdadi dabei getötet wurde, ist derzeit noch unklar.

 

Bagdad - In dem Statement aus dem Ministerium heißt es: "Irakische Luftstreitkräfte haben den Konvoi des Terroristen Abu Bakr al-Baghdadi bombardiert, als dieser auf dem Weg nach Karabla war, um sich dort mit Kommandeuren des IS zu treffen." Angaben darüber, ob der Angriff erfolgreich war und ob sich al-Baghdadi tatsächlich in einem der Fahrzeuge befand, wurden nicht gemacht.

Hintergrund: Das ist Abu Bakr al-Bagdadi

Details über die Biografie von Abu Bakr al-Bagdadi, den selbst ernannten "Kalifen Ibrahim", sind mit Vorsicht zu genießen. Häufig lassen sie sich nicht verifizieren. Lange Zeit wusste kaum jemand, wie der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aussieht, da es nur zwei Fotos von ihm gab.

Wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats im vergangenen Jahr tauchte er dann völlig überraschend in einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mossul auf, wo er die Freitagspredigt hielt. Danach aber zeigte er sich nicht mehr. Nach Mossul soll er angeblich noch immer regelmäßig kommen. Immer wieder gab es Gerüchte, er sei bei Angriffen verletzt oder sogar getötet worden.

Al-Bagdadi soll 1971 in der irakischen Stadt Samarra geboren worden sein. An der Universität Bagdad machte er einen Abschluss in Islamischen Studien. Zwischen 2005 und 2009 soll er in einem US-Gefangenenlager im Irak gesessen haben. Heute ist er einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Die US-Regierung hat 10 Millionen US-Dollar (8,8 Mio. Euro) Kopfgeld auf ihn ausgesetzt.

Im Jahr 2010 übernahm Al-Bagdadi die Führung des Al-Kaida-Ablegers im Irak, der damals noch "Islamischer Staat im Irak" hieß. Nach und nach begann die Gruppe, sich nach Syrien auszudehnen. Darüber brach Al-Bagdadi mit Al-Kaida, weil er nicht die Forderung der Führung des Terrornetzwerkes akzeptieren wollte, sich auf den Irak zu beschränken. Mit Ausrufung des Kalifats benannte sich die Terrormiliz in "Islamischer Staat" um. Damit verbunden ist der Anspruch, alle Muslime weltweit zu vereinen und zu führen.

 

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